Pleite droht! Sächsische Dampfschiffahrt vor dem Aus: "Hunderte Arbeitsplätze in Gefahr"

Dresden - Land unter bei der Weißen Flotte! Nach schweren Jahren und Ebbe in Elbe und Kassen ist die Sächsische Dampfschiffahrt offenbar von der Pleite bedroht.

Dampfer der Sächsischen Dampfschiffahrt reihen sich auf der Elbe vor der Kulisse der historischen Altstadt aneinander zur Flottenparade. (Archivbild)
Dampfer der Sächsischen Dampfschiffahrt reihen sich auf der Elbe vor der Kulisse der historischen Altstadt aneinander zur Flottenparade. (Archivbild)  © Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa

Davon gehen jedenfalls die Mitarbeiter aus, versammeln sich in diesen Minuten an einem Dampfer.Das Drama hatte sich bereits am Mittwochabend angedeutet.

Ein Informationstermin zur Zukunft der Weißen Flotte war abgesagt worden. Die letzten beiden Jahre waren schwer für die Sächsische Dampfschiffahrt gewesen. 

Rückläufige Passagierzahlen und anhaltendes Niedrigwasser belasteten das Geschäft der Traditionsflotte schwer, zuletzt konnte wegen des Corona-Virus nicht gefahren werden.

"Die Mitarbeiter gehen davon aus, dass die Firma insolvent ist, weil ein zugesagter Kredit des Freistaats im Mai nicht gezahlt wurde", sagt Marketing- und Vertriebsleiter Robert Körner (40). "Damit sind sowohl die Schiffe als auch die Tochterunternehmen und damit mehrere hundert Arbeitsplätze in Gefahr."

Die Mitarbeiter wollen sich jetzt am Mittag am Personendampfer "Dresden" versammeln.

Damit wolle man auch ein Zeichen gegen den drohenden Untergang und für eine mögliche Rettung des Traditionsunternehmen setzen, so Körner. Ex-Geschäftsführer Michael Lohnherr (77): "Ich habe wenig Verständnis dafür, wenn der Freistaat die Sächsische Dampfschiffahrt hängen lässt, angesichts der coronabedingten Verluste der Monate April bis Juni 2020."

Flottenchefin Karin Hildebrand (65): "Ich kann dazu im Moment nichts sagen." Das Unternehmen werde sich zeitnah zur Situation äußern.

Update, 28. Mai, 14.46 Uhr: Niedrigwasser verstärkt Probleme der Sächsischen Dampfschiffahrt

Die Schwierigkeiten durch das anhaltende Niedrigwasser seien durch die Corona-Krise verstärkt worden. Dies habe eine nachhaltige Sanierung verhindert, heißt es aus der Staatskanzlei. „Der Freistaat Sachsen wird auch einen Weg, der möglicherweise nun zu neuen Strukturen führen muss, weiterhin nach Kräften unterstützen."

Update, 28. Mai, 13 Uhr: Sächsische Aufbaubank habe Kredit nicht gezahlt

Mitarbeiter der Sächsischen Dampfschiffahrt protestieren.
Mitarbeiter der Sächsischen Dampfschiffahrt protestieren.  © Hermann Tydecks

Laut Mitarbeitern zahlte die Sächsische Aufbaubank einen zuvor wohl zugesagten Kredit in Höhe von einer Million Euro nicht. 

Damit sei die sächsische Dampfschiffahrt zahlungsunfähig und müsse Insolvenz beantragen.

Titelfoto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa

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