Pogromnacht vor 82 Jahren in Dresden: Esther Ludwig putzt Stolpersteine gegen das Vergessen

Dresden - Die Erinnerung bleibt wach! Auch ohne öffentliche Gedenkveranstaltung, die in diesem Jahr coronabedingt ausfallen musste, wurde am Montag den Opfern der Reichspogromnacht in Dresden vor 82 Jahren gedacht. Und das auf ganz unterschiedliche Weise.

Esther Ludwig (55, Linke) putzt den Stolperstein für Fritz Isidor van Emden (1898-1958) vor dem Zwinger.
Esther Ludwig (55, Linke) putzt den Stolperstein für Fritz Isidor van Emden (1898-1958) vor dem Zwinger.  © Torsten Hilscher

Esther Ludwig (55), die für die Linke im Stadtbezirksbeirat Altstadt sitzt, nahm den Tag zum Anlass, den "Stolperstein" vor dem Kronentor des Zwingers zu reinigen. Anfang des Jahres hat sie dafür die Putzpatenschaft übernommen. "Die Idee hatte ich schon länger", erzählt die Historikerin. 

Der Stolperstein erinnert an Fritz Isidor van Emden (1898 bis 1958), der von 1927 bis zu seiner Absetzung 1933 Kurator am Staatlichen Museum für Tierkunde und Völkerkunde im Zwinger war.

Am Gedenkstein für die in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 niedergebrannte Synagoge am Hasenberg legten Oberbürgermeister Dirk Hilbert (49, FDP), Landtagspräsident Matthias Rößler (65, CDU) und Vertreter der Staatsregierung und der Jüdischen Gemeinde Dresden Kränze nieder.

Von der Judenverfolgung in Dresden waren rund 7100 Menschen betroffen. Nur wenige der deportierten Frauen, Männer und Kinder überlebten die Schoa. Bei Kriegsende 1945 zählte die Jüdische Gemeinde noch 41 Mitglieder.

OB Dirk Hilbert (49, FDP) trauert am Ort der 1938 angezündeten Synagoge um die verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger Dresdens.
OB Dirk Hilbert (49, FDP) trauert am Ort der 1938 angezündeten Synagoge um die verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger Dresdens.  © Jürgen Männel

„Wir können diese Vergangenheit nicht ändern, aber wir können sie uns in Erinnerung rufen und so die damit verbundenen Schicksale dem Vergessen entreißen", sagte Hilbert. Am Nachmittag legte auch die SPD-Fraktion im Stadtrat an gleicher Stelle einen Kranz nieder.

Titelfoto: Montage: Jürgen Männel, Torsten Hilscher

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