Polenmafia-Prozess: Vergebliches Warten auf den Zeugen aus Venedig

Dresden - Da waren es nur noch drei. Seit Mai 2019 wird am Landgericht Dresden gegen eine mutmaßliche Automafia-Bande aus Polen verhandelt.

Zu Prozessbeginn war die Anklagebank noch voller. (Archivbild)
Zu Prozessbeginn war die Anklagebank noch voller. (Archivbild)  © Holm Helis

Angeklagt waren ursprünglich sechs Männer. Inzwischen sitzt nur noch die Hälfte auf der Anklagebank. Tendenz: weiter sinkend.

Der Reihe nach: Als der Prozess begann, fehlte schon einer von ursprünglich sechs Angeklagten. Er kam einfach nicht. Sein Verfahren wurde abgetrennt, gegen ihn wird später verhandelt, wenn die Justiz ihm habhaft wird. 

Immerhin wurde seither aber den fünf restlichen Herren, die alle in U-Haft saßen, der Prozess gemacht. Sie sollen im gesamten Bundesgebiet, vor allem aber in Sachsen, mehr als 30 hochwertige Autos geklaut und ins Nachbarland verbracht haben. Für sage und schreibe 1,7 Millionen Euro.

Zwei weitere Männer kamen im Laufe des Jahres auf freien Fuß, gingen zurück in ihre Heimat, reisten zu jedem einzelnen Prozesstag nach Dresden. Und dann kam Corona. Seit Wochen sitzen die beiden Angeklagten nun in Polen fest, dürfen nicht mehr ausreisen.

Und so muss - vorerst - gegen nur noch drei Männer verhandelt werden. Wobei zwei Angeklagte, die in der JVA Görlitz einsitzen, schon erklärten, vermutlich Corona zu haben. Hustend sitzen sie im Saal mit maximalem Abstand zu ihren Verteidigern. Doch auch die Zeugenvernehmung in dem zähen Verfahren ist schwierig. So wartete die Kammer jüngst natürlich vergeblich auf einen Zeugen aus Venedig und einen aus Polen …

Nun versuchen die Juristen, den komplizierten Fall irgendwie zu beenden. Allerdings scheitern diese Versuche bisher an den extrem unterschiedlichen Vorstellungen zu den Haftstrafen.

Titelfoto: Holm Helis

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