Ärger um den Obelisken von Nickern geht weiter

Dresden - Es kehrt einfach keine Ruhe ein. Nach jahrelangen Diskussionen über den richtigen Umgang mit dem Gedenk-Obelisken in Nickern, der regelmäßig Anlaufpunkt für Neonazis war, sollte das Thema durch die im Februar enthüllte Informations-Stele eigentlich geklärt sein.

Im Februar hatte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (44, Linke) die neue Informations-Stele am Gedenkobelisken präsentiert.
Im Februar hatte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (44, Linke) die neue Informations-Stele am Gedenkobelisken präsentiert.  © Norbert Neumann

Weil die nach Ansicht der CDU allerdings nicht so umgesetzt wurde, wie es der Kulturausschuss beschlossen hatte, wird nun weiter diskutiert.

"Die Kulturverwaltung hat klar gegen den Beschluss des Kulturausschusses verstoßen. Herausgekommen ist durch das eigenmächtige Handeln im Rathaus eine Stele, die in dieser Form keine Mehrheit im Ausschuss gefunden hätte", kritisierte CDU-Stadträtin Petra Nikolov (56).

Der Grund für den Ärger: Die Stele wurde nicht wie beschlossen in eine Ergänzung des Archaeo-Pfades eingebunden und außerdem aus Cortenstahl gefertigt, was der Stadtbezirksbeirat Prohlis ablehnte. "Wir fühlen uns hintergangen", sagte Nikolov.

CDU fordert Umsetzungs-Konzept

CDU-Stadträtin Petra Nikolov (56) fühlt sich von der Verwaltung "hintergangen".
CDU-Stadträtin Petra Nikolov (56) fühlt sich von der Verwaltung "hintergangen".  © Thomas Türpe

Im Rathaus ist man sich jedoch keiner Schuld bewusst. Auf eine Anfrage von Mario Schmidt (47, CDU) teilte ihm OB Dirk Hilbert (50, FDP) mit, dass "die konkrete Form bzw. Art und Größe nicht Gegenstand des Beschlusses" sei.

Die Einbindung in ein Konzept, das historische Orte an Besucher vermittelt, sei auch so möglich.

Die CDU fordert nun ein Konzept, wie das umgesetzt werden kann.

Titelfoto: Norbert Neumann

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