Bürgermeisterwahl im Dresdner Stadtrat: Fünf Posten sind zu vergeben

Dresden - Am heutigen Donnerstag kommt der Dresdner Stadtrat zu seiner ersten regulären Sitzung nach der Sommerpause zusammen. Die Tagesordnung ist mit 58 Punkten wieder einmal proppenvoll. Dazu zählt auch die Wahl der fünf Fachbürgermeister. Dass die tatsächlich stattfinden wird, ist allerdings äußerst unwahrscheinlich.

Ob am Donnerstag die Bürgermeister gewählt werden können, ist fraglich.
Ob am Donnerstag die Bürgermeister gewählt werden können, ist fraglich.  © Steffen Füssel

Vor der gestrigen Verhandlungsrunde zwischen dem OB und den Fraktionen von CDU, Grünen, SPD, Linken und FDP war man von einer Einigung noch weit entfernt.

Dabei wurde bislang nur über die Struktur der Geschäftsbereiche und Aufgaben der künftig wohl acht Bürgermeister gesprochen und noch nicht über Personalien.

Dass letztere mit Blick auf das seit dem Wahlkampf zerrüttete Verhältnis zwischen der ehemaligen Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (56, Grüne) und OB Dirk Hilbert (50, FDP) ohne große Diskussionen geklärt werden, ist nicht zu erwarten.

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Wenn die Wahlen am heutigen Donnerstag erneut verschoben werden, verliert Dresden zum Monatsende mit Kristin Kaufmann (45, Linke) die nächste Bürgermeisterin. Denn der Stadtrat tagt erst wieder im Oktober.

OB Dirk Hilbert (50, FDP) will die Verwaltungsspitze umstrukturieren, zum Ärger vieler Stadträte
OB Dirk Hilbert (50, FDP) will die Verwaltungsspitze umstrukturieren, zum Ärger vieler Stadträte  © Steffen Füssel

Anita Maaß als Trumpf?

Anita Maaß (46, FDP) - zieht sie ins Dresdner Rathaus ein?
Anita Maaß (46, FDP) - zieht sie ins Dresdner Rathaus ein?  © jmfoto/Jürgen Männel

Im Kampf um den Posten des Finanzbürgermeisters ist die Lommatzscher Bürgermeisterin und FDP-Landesvorsitzende Anita Maaß (46) der Trumpf von OB Hilbert - heißt es. Er selbst hält sich zurück. "Wir werden uns weiterhin nicht an Personaldiskussionen beteiligen."

Auch Maaß spielt mit verdeckten Karten. Eine offizielle Bewerbung gibt es nicht. TAG24 gegenüber war sie zu keiner direkten Aussage bereit. Mitte August hatte sie noch geäußert, sie stehe bereit. Erst danach soll sie ihre Ambitionen im FDP-Landesvorstand ausgespielt haben.

Dazu kommt, dass sie in der Sexismus-Affäre um ihren inzwischen zurückgetretenen Stellvertreter im Landesvorstand, Tino Günther (59), keine glückliche Figur gemacht hat. Ihre Distanzierung von Günther kam spät, intern soll sie seinen Rücktritt dem Vernehmen nach sogar bedauert haben.

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Bestätigen wollte sie dies auf Anfrage jedoch nicht. Ob die "Affäre Günther" einen Schatten bis nach Dresden wirft, bleibt abzuwarten.

Titelfoto: Montage: Steffen Füssel

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