Büros, Wellness oder weiter Schwimmhalle? Millionenschwere Zukunfts-Varianten fürs Sachsenbad

Dresden - Am 12. Mai entscheidet der Stadtrat über den Verkauf des Sachsenbads.

Im Mai entscheidet sich, ob aus dem Sachsenbad ein Bürogebäude wird oder der Verfall weitergeht.
Im Mai entscheidet sich, ob aus dem Sachsenbad ein Bürogebäude wird oder der Verfall weitergeht.  © Steffen Füssel

Stimmt er zu, wäre das Gebäude nach 27 Jahren des Leerstands zwar gerettet, der Traum vieler Dresdner nach einer Wiederbelebung als Schwimmbad aber endgültig ausgeträumt.

Das Rathaus hat deshalb noch einmal mögliche Alternativen prüfen lassen. Ergebnis: Will die Stadt das Gebäude behalten, wird es teuer.

"Wir brauchen eine Entscheidung, um das Denkmal zu erhalten", sagt Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne). Denn die Zeit drängt. Entscheidet der Stadtrat nicht im Mai, muss ein neues Wertgutachten her und der Investor steigt aus.

Damit wäre auch die für die Stadt wirtschaftlichste Variante vom Tisch. Die sieht einen Verkauf des Bades für eine Million Euro und einen Neubau direkt daneben vor.

Das würde inklusive der Verschiebung des Fußballplatzes und dem Bau eines Vereinsgebäudes 15,9 Millionen Euro kosten. Würde die Stadt die Pläne des Investors selbst umsetzen, lägen die Kosten bei 16,6 Millionen Euro.

Dresden müsste in jedem Fall einen Kredit aufnehmen

Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne) hat nach Alternativen zum Verkauf suchen lassen.
Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne) hat nach Alternativen zum Verkauf suchen lassen.  © Eric Münch

Schwimmen könnte man auch dann nicht mehr im Sachsenbad. Stattdessen wäre darin Platz für moderne Büros, einen Spa- und Wellness-Bereich sowie einen Bereich für ein Restaurant, ein Café und einen Club.

Eine dritte Variante wäre der Umbau zum Gesundheitsbad mit Sauna, Fitness- und Therapiebereichen, Arztpraxen und einem Stadtteilzentrum. Kosten: 21,9 Millionen Euro.

Diese Variante lässt sich noch durch den Neubau einer separaten Schwimmhalle ergänzen. Das würde zusammen 33,8 Millionen Euro kosten.

Die umfassendste Variante sieht eine Neuordnung des ganzen Areals mit Gesundheitsbad samt Stadtteilzentrum, Schwimmhalle und Flächen für sozialen Wohnungsbau vor und wäre mit 35,8 Millionen Euro die teuerste.

Im Rathaus hat man laut Stadtsprecher Kai Schulz noch keinen Favoriten. Unabhängig davon stellt Kühn klar: "Wir haben in absehbarer Zeit keine Mittel für eine Realisierung."

Das heißt, die Stadt oder eine Tochtergesellschaft müsste einen Kredit aufnehmen.

Vandalismus und die Natur setzen dem Gebäude immer weiter zu.
Vandalismus und die Natur setzen dem Gebäude immer weiter zu.  © Holm Helis
Seit mittlerweile 27 Jahren ist kein Wasser mehr im Schwimmbecken.
Seit mittlerweile 27 Jahren ist kein Wasser mehr im Schwimmbecken.  © Landeshauptstadt Dresden

Diskussion live im Netz verfolgen

Stesad-Chef Axel Walther (53) hat die Ergebnisse der Studie zum Sachsenbad vorgestellt.
Stesad-Chef Axel Walther (53) hat die Ergebnisse der Studie zum Sachsenbad vorgestellt.  © imago images/Sven Ellger

Am Montag dürfen die Dresdner beim Sachsenbad mitreden. Ab 18 Uhr findet dazu in der Messe ein Bürgerforum statt.

Dabei können Interessierte mit Stadträten und Verwaltung die zuvor vorgestellten Szenarien diskutieren und über Empfehlungen abstimmen, die der Stadtrat bei seiner Entscheidung behandeln muss.

Wegen Corona-Auflagen können nur 60 Personen vor Ort teilnehmen. Alle anderen haben die Möglichkeit, das Forum im Dresden Fernsehen oder per Livestream unter dresden.de/sachsenbad zu verfolgen.

Titelfoto: Steffen Füssel/Eric Münch

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