Corona-Hotspot sozialer Brennpunkt? In diesen Dresdner Stadtteilen gibt's die meisten Infektionen!

Dresden - Dieses Projekt sorgte für große Aufregung: In Köln schickte man mobile Impfteams los, um Menschen in sozial benachteiligten Vierteln gegen das Coronavirus zu impfen. Denn gerade in sozialen Brennpunkten soll es zu mehr Infektionen gekommen sein. Doch wie sieht die Situation in Dresden aus?

DDR-Hochhäuser am Jakob-Winter-Platz in Prohlis. Gibt es hier viele Corona-Infektionen?
DDR-Hochhäuser am Jakob-Winter-Platz in Prohlis. Gibt es hier viele Corona-Infektionen?  © Holm Helis

Infizieren sich Bewohner in Hochhaus-Gegenden wie Prohlis-Nord und Gorbitz öfter mit Covid-19 als Menschen in wohlhabenderen Stadtteilen wie Laubegast oder Bühlau/Weißer Hirsch?

Diese Frage bekam die Dresdner Stadtverwaltung anscheinend öfter zu hören. Am heutigen Mittwoch veröffentlichten sie daher eine Statistik, welche die genauen Infektionen in den einzelnen Stadtgebieten von Dresden auflistet.

"Die Zahlen der Landeshauptstadt entsprechen nicht dem Kölner Bild. Hier gibt es aktuell keinen Zusammenhang zwischen hohen Infektionszahlen und sozioökonomisch benachteiligten Stadtteilen", erklärte Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann.

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Ein Blick in die Tabelle, welche TAG24 vorliegt, zeigt: Seit dem Beginn der Pandemie am 7. März 2020 bis zum 3. Mai 2021 gab es 347,6 bestätigte Corona-Infektionen unter 10.000 Anwohnern in Prohlis-Nord (Nicht zu verwechseln mit der Sieben-Tage-Inzidenz!).

Damit ist Prohlis-Nord einer der Stadtteile mit den geringsten Infektionszahlen im Verhältnis zur Einwohnerzahl.

Aber Achtung: Nicht alle Einwohner wurden getestet, es handelt sich hierbei also nur um die entdeckten Corona-Infektionen mittels eines PCR-Tests!

Was ist Dresdens Corona-Hotspot?

Der Stadtteil Innere Altstadt liegt im Mittelfeld bei den registrierten Corona-Infektionen, betrachtet man aber den gesamten Stadtbezirk Altstadt weist dieser ein hohes Infektionsgeschehen auf.
Der Stadtteil Innere Altstadt liegt im Mittelfeld bei den registrierten Corona-Infektionen, betrachtet man aber den gesamten Stadtbezirk Altstadt weist dieser ein hohes Infektionsgeschehen auf.  © Steffen Füssel

Corona-Hotspot in Dresden ist die Albertstadt. Obwohl diese die Dresdner Heide umschließt und nur knapp 3200 Einwohner besitzt, gab es hier bislang 294 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus.

Rechnerisch gesehen sind das knapp 900 Fälle pro 10.000 Einwohner. Direkt danach folgt die Friedrichstadt mit 806,1 und Großzschachwitz mit Sporbitz mit 737,2 positiven Corona-Nachweisen pro 10.000 Einwohner.

Die geringsten Werte gab es in Tolkewitz/ Seidnitz Nord mit 238,7 Fällen sowie der Inneren Neustadt mit 259,0 Infektionen pro 10.000 Einwohner.

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Wenn man einen Blick auf die zehn Dresdner Stadtbezirke wirft, welche die Stadtteile umschließen, gab es die meisten positiven Covid-19-Nachweise pro 10.000 Einwohner in dem Bezirk Altstadt (606,8).

Schlusslicht bilden die Stadtbezirke Loschwitz/Ortschaft Schönfeld-Weißig (464,7) und Prohlis (466,7).

Jedoch muss noch einmal betont werden, dass nicht erwähnt wurde, wie viele Menschen sich auf Sars-Cov-2 testen ließen. Wo mehr getestet wird, werden selbstverständlich auch mehr Fälle entdeckt.

Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis, Steffen Füssel

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