Die OB-Kandidaten im Kreuzverhör: Wie soll Dresden "deutlich vor 2050" klimaneutral werden?

Dresden - Der Klimawandel schreitet unaufhörlich voran. Um dem entgegenzuwirken, muss auch unser Dresden klimaneutral werden. Wie die Kandidaten der OB-Wahl am Sonntag das angehen wollen, haben sie TAG24 im Rahmen der Serie 6x6 beantwortet. Sechs Themen, sechs Kandidaten, jeden Tag eine Antwort.

Heute: Wie soll Dresden "deutlich vor 2050" klimaneutral werden?

Dirk Hilbert (50, M.) tritt offiziell für die "Unabhängige Bürger für Dresden" an, wird aber von CDU und FDP unterstützt. Albrecht Pallas (42) ist Kandidat der SPD, Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (56) von den Grünen.
Dirk Hilbert (50, M.) tritt offiziell für die "Unabhängige Bürger für Dresden" an, wird aber von CDU und FDP unterstützt. Albrecht Pallas (42) ist Kandidat der SPD, Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (56) von den Grünen.  © David Brandt, Unabhängige Bürger für Dresden & SPD Dresden/Julian Hoffmann (Montage)

Dirk Hilbert (50, "Unabhängige Bürger für Dresden")

Meine Idee klimaneutraler Modellstadtteile werden wir bereits bis 2030 umsetzen, um dann daraus auch weitere wertvolle Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln. Für diesen wichtigen Prozess sind bereits erste EU-Förderanträge gestellt worden. Bei der Bewältigung dieser Aufgabe wird die Dekarbonisierung der Fernwärme eine große Herausforderung. Hinzu kommen Fotovoltaik, E-Mobilität, Nutzung von Windkraft sowie regionale Energiepartnerschaften, die das Gesamtpaket bei der Planung abrunden werden.

Albrecht Pallas (42, SPD)

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Wir stehen auch in Dresden vor der größten Modernisierung unseres Industriestandortes seit 1990, wenn wir bis 2035, spätestens bis 2045 klimaneutral werden wollen. Die Fortschreibung des städtischen Klimaschutzkonzepts muss daher beschleunigt werden. Natürlich geht es dabei auch darum, Solardächer auf öffentlichen Gebäuden maximal auszubauen und alle Potenziale für die Nutzung erneuerbarer Energien in den Stadtteilen zu nutzen.

Eva Jähnigen (56, Grüne)

Ich will die Klimaneutralität bis 2035 erreichen. Dafür ist entscheidend, dass der Umbau der Strom- und Wärmeversorgung endlich angegangen und die Unternehmensstrategie der SachsenEnergie auf Erneuerbare ausgerichtet wird. Deshalb werde ich den Klimaschutz zur Chefinnensache machen, alle städtischen Klimaschutzmaßnahmen ressortübergreifend bei der Oberbürgermeisterin bündeln und deren Durchsetzung stetig überprüfen. Außerdem werde ich eine Offensive für mehr Solaranlagen auf Dresdens Dächern anstoßen.

So wollen sich die anderen Kandidaten für ein gutes Klima in Dresden einsetzen

Von links nach rechts: André Schollbach (43) geht für die Linken ins Rennen, Maximilian Krah (45) für die AfD und Martin Schulte-Wissermann (51) für die Piraten.
Von links nach rechts: André Schollbach (43) geht für die Linken ins Rennen, Maximilian Krah (45) für die AfD und Martin Schulte-Wissermann (51) für die Piraten.  © DIE LINKE, EP/Michel Christen & Piraten Dresden (Montage)

André Schollbach (43, Linke)

Mir ist es wichtig, dass die Maßnahmen finanziell nicht zulasten der kleinen Leute gehen. Das Leben muss bezahlbar bleiben! Die städtischen Gebäude will ich mit einer Offensive für Solaranlagen modernisieren und prüfen lassen, wie das Pumpspeicherwerk Niederwartha für die Energiewende reaktiviert werden kann.

Maximilian Krah (45, AfD)

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Oberste Priorität hat für mich eine sichere und preiswerte Energieversorgung. Das bedeutet, dass vor allem grundlastfähigen Energieträgern der Vorzug gegeben werden soll. Weiterhin zeigt uns die derzeitige außenpolitische Situation, dass wir unserer Abhängigkeiten von Energieimporten aus dem Ausland reduzieren, also eine grundsätzliche Kehrtwende zur derzeitigen Energiepolitik vollziehen müssen – ein Ausstieg vom Atomausstieg ist absolut notwendig. Eine scheinbare Klimaneutralität ist dabei zwar ein netter Nebeneffekt, hat jedoch keine Priorität.

Martin Schulte-Wissermann (51, Piraten)

Die SachsenEnergie auf regenerative Energien umstellen. Hierfür "Solar auf jedes Dach". Nur durch einen solchen Weg wird die SachsenEnergie überhaupt eine Zukunft haben. Zeitgleich muss eine Verkehrswende erfolgen: autofreie Stadtteile, kompakte Stadt mit kurzen Wegen, Aufenthaltsqualität auf schönen Straßen und Plätzen - mehr Fuß, Rad, Bahn und Busverkehr.

Auch morgen gibt es wieder eine Frage an die Kandidaten - diesmal: Wie wollen Sie Dresden für Fachkräfte attraktiver machen?

Titelfoto: Norbert Neumann

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