Drei Millionen Euro extra: Streit um Corona-Bonus für Rathaus-Mitarbeiter

Dresden - Dresdens Rathausmitarbeiter können sich über eine kräftige Finanzspritze freuen.

Bis zu 600 Euro wurden als Corona-Bonus gezahlt (Symbolbild).
Bis zu 600 Euro wurden als Corona-Bonus gezahlt (Symbolbild).  © 123rf/claudiodivizia

Mehr als 6300 von ihnen haben im Dezember einen Corona-Bonus zwischen 225 und 600 Euro erhalten, und das steuerfrei. Das kostet das Rathaus insgesamt rund drei Millionen Euro.

Ausgenommen von der Prämie sind die mehr als 1000 Beamten, für die es separate Regelungen gibt. Die Sonderzahlung ist allerdings keine Idee des Rathauses.

Wie Finanzbürgermeister Peter Lames (56, SPD) betont, sei sie stattdessen im Tarifvertrag so festgeschrieben. In Dresden musste dieser wie in anderen Städten auch umgesetzt werden.

Das Rathaus hatte deshalb auch keinen Einfluss auf die Höhe des Betrages und den Personenkreis, der sie bekommt. Heißt: Mitarbeiter, die in Kurzarbeit geschickt wurden, bekommen das Geld genauso wie ihre Kollegen im Gesundheitsamt, die seit Monaten an der Belastungsgrenze und darüber hinaus arbeiten.

Letztere sollen im Mai allerdings noch einen weiteren Bonus bekommen.

Selbst einige Rathausmitarbeiter nicht glücklich mit Regelung

Die Finanzspritze für die Rathausmitarbeiter kommt nicht überall gut an, selbst bei denen, die sie erhalten.
Die Finanzspritze für die Rathausmitarbeiter kommt nicht überall gut an, selbst bei denen, die sie erhalten.  © Steffen Füssel
Finanzbürgermeister Peter Lames (56, SPD) stellt klar, dass die Zahlung tariflich vorgeschrieben war.
Finanzbürgermeister Peter Lames (56, SPD) stellt klar, dass die Zahlung tariflich vorgeschrieben war.  © Ove Landgraf
FDP-Fraktions-Chef Holger Zastrow (52) kritisiert die pauschale Sonderzahlung.
FDP-Fraktions-Chef Holger Zastrow (52) kritisiert die pauschale Sonderzahlung.  © Steffen Füssel

Wer zwischen März 2020 und Februar 2021 in einer Gesundheitsbehörde zur Bekämpfung der Pandemie eingesetzt war, soll für jeden vollen Monat eine Zulage von 50 Euro erhalten. Der dazugehörige Tarifabschluss fehlt allerdings noch.

Obwohl sich natürlich jeder über mehr Geld freut, weiß man auch im Rathaus, dass es vielen Dresdnern finanziell derzeit deutlich schlechter geht.

Auch deshalb sind selbst einige der Rathausmitarbeiter nicht glücklich über die Regelung. Man hätte gut darauf verzichten können, weil es nicht unbedingt den sozialen Frieden fördert, heißt es.

Der Kritik schließen sich auch Teile des Stadtrats an. "Das hat mit Solidarität und Zusammenhalt nichts zu tun, wenn sich die öffentliche Hand das pauschal genehmigt", sagt FDP-Fraktions-Chef Holger Zastrow (52).

Denn gleichzeitig kämpfen viele in der Privatwirtschaft um ihre Existenz. Linken-Chef André Schollbach (42) betont: "Tarifliche Festlegungen sind umzusetzen, aber man muss darauf achten, dass es gerecht zugeht."

Titelfoto: Steffen Füssel/Ove Landgraf

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