Angst vor rabiaten Bürgern: Freien Wählern ist Rathaus zu offen

Dresden - Eigentlich will die Stadt ein "offenes Rathaus". Doch immer wieder gibt es Übergriffe auf einzelne Mitarbeiter. Nachdem Betroffenen jetzt geraten wurde, sich im Büro einzuschließen, schlagen die Freien Wähler Alarm.

Frank Hannig (49, Freie Wähler) fordert mehr Schutz für die Rathaus-Mitarbeiter.
Frank Hannig (49, Freie Wähler) fordert mehr Schutz für die Rathaus-Mitarbeiter.  © Steffen Füssel

So gibt es seit einer Woche nach TAG24-Informationen eine örtlich begrenzte Anweisung, dass die Räume einiger Mitarbeiter "zur Sicherheit der Kollegen verschlossen bleiben sollen". Ursache dafür soll eine bei Polizei und Psychiatrie bekannte Person sein, die mehrfach gegenüber einzelnen Mitarbeitern ausfällig wurde. Das Rathaus bestätigte dies gestern nicht.

Die Freien Wähler ziehen dennoch sofort die Notbremse. Per Eilantrag soll morgen im Stadtrat OB Dirk Hilbert (48, FDP) verdonnert werden, "unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen", um die Sicherheit der Rathaus-Mitarbeiter zu garantieren.

"Es ist nicht die Zeit, alle Türen offen zu lassen. Das Konzept des komplett offenen Ratshauses hat Nachteile", so Rat Frank Hannig (49, Freie Wähler). Aus seiner Sicht braucht es konkrete Sicherheitsvorkehrungen, wie nur einen geöffneten Haupteingang, Videoüberwachung und mehr Sicherheitspersonal. Aktuell stehen die Türen bis spät am Abend offen, nur am Haupteingang gibt es Service-Mitarbeiter.

Generell nimmt die Gewalt gegen Rathaus-Mitarbeiter zu. 2017 gab es 39 Attacken. 2018 waren es 71 Angriffe. 2019 wurden 56 Fälle von "Gewalt im Dienst" registriert. Demnach gab es im Sozialamt zwölf Bedrohungen "durch wütende Leistungsberechtigte oder Angehörige".

14 Beschäftigte wurden durch aggressive Kinder im Kinder- und Jugendnotdienst verletzt. Eine Mitarbeiterin wurde von einer (durch sie kritisierten) Putzfrau beschimpft. Ein Passant attackierte einen Rathaus-Beschäftigten bei Laubblasarbeiten und verletzte ihn.

Laut Verwaltung wird noch in diesem Monat Videotechnik im Rathaus eingesetzt, um Mitarbeiter besser zu schützen.

Im Rathaus soll es noch im März verschärfte Sicherheitsvorkehrungen geben.
Im Rathaus soll es noch im März verschärfte Sicherheitsvorkehrungen geben.  © Steffen Füssel
Aktuell kontrolliert niemand, wer sich über die Rathaus-Flure bewegt.
Aktuell kontrolliert niemand, wer sich über die Rathaus-Flure bewegt.  © Holm Helis

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