Dresden plant Bestattungen mit Mensch und Tier

Dresden - Wahrscheinlich schon ab September können auf dem Heidefriedhof Menschen und Tiere zusammen beerdigt werden.

Stimmt der Stadtrat zu, öffnet auf dem Heidefriedhof die erste Dresdner "Urnenwahlgrabstätte für Mensch-Tier-Bestattungen".
Stimmt der Stadtrat zu, öffnet auf dem Heidefriedhof die erste Dresdner "Urnenwahlgrabstätte für Mensch-Tier-Bestattungen".  © Steffen Füssel

300 neu gestaltete Quadratmeter Friedhofsfläche stehen bereit. Die Nachfrage auch bei jüngeren Haustierbesitzern, das Liebste auf Erden nach dem eigenen Tod bei sich zu wissen, ist groß.

"Für viele Menschen sind Haustiere Teil der Familie und spenden treue Gesellschaft über Jahre hinweg. Nicht nur ältere Menschen wünschen sich daher, auch nach ihrem Tod mit ihren Gefährten vereint zu sein. Die Nachfrage danach steigt kontinuierlich", sagt Betriebsleiter Robert Arnrich (52).

Stimmt der Stadtrat zu, ist das gemeinsame Grab von Tier und Mensch ab September auch in Dresden möglich.

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Bislang gab es eine vergleichbare Grabstätte nur in Görlitz. Die Fläche am Rande des Heidefriedhofs wurde zumindest bereits vorbereitet.

Ein neuer Wasseranschluss liegt an, neue Pflanzen sind im Boden, eine Bank wurde extra aufgestellt.

"Die Nachfrage ist da": Betriebsleiter Robert Arnrich (52) am bereits vorbereiteten Grabfeld.
"Die Nachfrage ist da": Betriebsleiter Robert Arnrich (52) am bereits vorbereiteten Grabfeld.  © Steffen Füssel

Pferde durchaus möglich

Nicht nur für Senioren sind Haustiere wichtige Wegbegleiter.
Nicht nur für Senioren sind Haustiere wichtige Wegbegleiter.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Regeln für Beisetzungen sind denkbar einfach: In einer "Wahlgrabstätte für Mensch-Tier-Bestattung" können jeweils zwei Human-Urnen und zwei Grabbeigaben (Tier-Urnen) beigesetzt werden.

Die Kosten der Beerdigung sind für Mensch und Tier jeweils gleich. Stirbt das Tier zuerst, kann Herrchen oder Frauchen die Grabstätte für jeweils fünf Jahre weiter reservieren.

Stirbt der Mensch zuerst, können die Haustiere folgen. Grabstein und Grab können weitgehend frei gestaltet werden. Die geliebten Haustiere können also auf dem Grabstein erwähnt und bei der Gestaltung des Grabes berücksichtigt werden.

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Zum Anfang rechnet Friedhofs-Chef Arnrich mit drei bis fünf Bestattungen pro Jahr. "Die Nachfrage wird mit der Bekanntheit steigen."

Und: Bei der Art des Haustieres gibt es nahezu keine Vorgaben. "Es gab schon Nachfragen, auch Pferde wären möglich."

Herrchen und Frauchen starben vor dem Haustier

Die Görlitzer Friedhofs-Betriebsleiterin Evelin Mühle (61) am Mensch-Tier-Grabfeld.
Die Görlitzer Friedhofs-Betriebsleiterin Evelin Mühle (61) am Mensch-Tier-Grabfeld.  © LausitzNews.de/ Jens Kaczmarek

Seit 2017 können in Görlitz bereits Menschen und Tiere zusammen beerdigt werden.

Neben verhaltender Kritik gab es viel Zustimmung, auch aus der Theologie. Der Friedhof selbst unterscheidet jedoch bei den Bestattungen. Offizielle Zeremonien für die Tiere gibt es nicht.

Görlitz weist auf das Grabfeld zum Beispiel in Tierarzt-Praxen hin, erwähnt die Bestattungsform auf Rundgängen.

"Wir sind aber natürlich kein Tierfriedhof", sagt Friedhofs-Chefin Evelin Mühle (61). Aktuell sind vier Gräber vergeben.

Tiere liegen jedoch noch keine auf dem Friedhof. In jedem Fall starb Herrchen oder Frauchen weit vor dem eigenen Tier.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa/Steffen Füssel

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