Dresdner Nachtcafés schon geschlossen: Was wird jetzt aus Obdachlosen?

Dresden - Für Dresdens Obdachlose wird es in der Corona-Krise eng. Die sieben Nachtcafés der Kirchgemeinden wurden bereits vor einer Woche geschlossen. Mit den strengeren Schutzvorkehrungen wird auch die Versorgung schwieriger.

Bei der Heilsarmee in Reick werden rund 110 Essen jetzt mit Abstand und "to go" ausgegeben.
Bei der Heilsarmee in Reick werden rund 110 Essen jetzt mit Abstand und "to go" ausgegeben.  © PR/Heilsarmee

Die Nachtcafés waren trotz milden Winters begehrt. "Wir hatten etwa das Dreieinhalbfache der vergangenen Jahre zu verkraften", so Sprecher Gerd Grabowski (72). 

Doch mit Corona ist auch die tägliche Versorgung weggebrochen. 

"Es gibt so gut wie nichts mehr zu essen für die Obdachlosen", sagt Heilsarmee-Chef Gert Scharf (62). 

Beim Tagestreff der Heilsarmee in Reick ist die Essensausgabe (Dienstag bis Samstag) - jetzt als "to go" und mit Abstand - gefragter denn je. "Es kommen wirklich die, die es nötig haben." 

Rund 110 Essen werden am Tag ausgegeben.

Dresden: "Ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten für wohnungslose Menschen"

Die Übergangsheime für Wohnungslose der Stadt könnten noch voller werden.
Die Übergangsheime für Wohnungslose der Stadt könnten noch voller werden.  © Petra Hornig

Befürchtungen vor einem Ansturm auf die acht städtischen Obdachlosenheime in der Corona-Krise herrscht bei der Stadt offensichtlich nicht: "Nach derzeitigen Einschätzungen verfügt die Landeshauptstadt auch weiterhin über ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten für wohnungslose Menschen", teilte das Sozialamt mit.

Rund 350 Plätze stehen in den acht Obdachlosenheimen der Stadt zur Verfügung. 295 Wohnungslose erfasste die Statistik.

Das sind jedoch nur diejenigen, die in Heimen oder Wohnungen untergebracht sind. 

Die Zahl der nicht erfassten Obdachlosen schätzt der Chef der Heilsarmee noch einmal 80 Prozent höher.

Im Fall einer Quarantäne in einem der städtischen Heime wird "über alle weiteren notwendigen Maßnahmen zur Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner das Sozialamt gemeinsam mit dem Gesundheitsamt entscheiden", heißt es aus dem Sozialamt.

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Titelfoto: Petra Hornig, PR/Heilsarmee

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