Es geht um Millionen: Dresden muss Vorjohanns Architekten-Schlammschlacht zahlen

Dresden - Millionenpleite für die Stadt: Ende März 2014 jagte der damals zuständige Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (56, CDU) die Planer der Rathaus-Sanierung über Nacht von der Baustelle. Eine öffentliche Schlammschlacht folgte, danach wurde vor Gericht gekämpft. Jetzt ist klar, wie teuer die Fehlentscheidung für die Stadt wird.

Der damalige Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (56, CDU) jagte die Planer von der Baustelle.
Der damalige Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (56, CDU) jagte die Planer von der Baustelle.  © Holm Helis

Satte 1,53 Millionen Euro will die Rathaus-Spitze nun im Rahmen eines Vergleichs freiwillig an die Planer zahlen. 

So soll die Maximalforderung der Architekten (3,48 Millionen Euro, 392 Euro Zinsen pro Tag zusätzlich und rückwirkend) in höchster Not abgemildert werden. 

Das geht aus einer Geheimvorlage hervor, die im Verwaltungsausschuss beschlossen werden soll. 

Demnach sind die Risiken, den Prozess nach endlosen Streitereien komplett zu verlieren, höher, als jetzt eine Millionensumme auf den Tisch zu legen. 

Zumal die Stadt davon ausgeht, 442.140 Euro ohnehin zahlen zu müssen. Stimmen die Räte in geheimer Sitzung zu, käme der größte Skandal um die Rathaus-Sanierung zu einem teuren Ende.

Darum ging es in dem Architekten-Konflikt

Aufregung im Rathaus: Über 1,5 Millionen Euro muss die Stadt für einen Vergleich aufbringen.
Aufregung im Rathaus: Über 1,5 Millionen Euro muss die Stadt für einen Vergleich aufbringen.  © Steffen Füssel

Rückblick: 2014 herrschte bei der lange geplanten Sanierung ein heilloses Durcheinander. Ständig tauchten neue Probleme auf. Die Kosten stiegen von 25 auf 60 Millionen Euro. Es kam zu Zeitverzögerungen. 

Finanzchef Vorjohann gab den Planern die Schuld, jagte sie vom Hof und beteiligte sich an einer Schlammschlacht. "Die Architekten kümmerten sich nicht um die zur Verfügung stehenden Finanzmittel. Sie forderten die Bauherren auf, Mängelanzeigen zu unterlassen, weil sie die Arbeit behindern. Doch überall zeigten sich Mängel“, so die Verwaltung damals.

Am Ende war das nicht haltbar, eine millionenschwere Ohrfeige ist die Folge. 

Doch darum muss sich Vorjohann nicht mehr kümmern - er ist mittlerweile zum Finanzminister aufgestiegen ...

Vor allem am Anfang der Rathaus-Sanierung explodierten die Kosten. Die Stadt gab den Planern daran die Schuld.
Vor allem am Anfang der Rathaus-Sanierung explodierten die Kosten. Die Stadt gab den Planern daran die Schuld.  © dpa/Arno Burgi
So sah der Rats-Saal während der Sanierung aus. 
So sah der Rats-Saal während der Sanierung aus.   © Steffen Füssel

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