Fähre oder Brücke: So steht's um die Pläne für die neue Elbquerung

Dresden - Fähre oder Brücke? Seit 2019 tüftelt die Stadt im Auftrag des Rates an einer Möglichkeit, Pieschen mit Ostragehege und Messe zu verbinden. Jetzt liegt der Abschlussbericht vor.

Fähre oder Brücke: Die Stadt hat untersucht, wie Pieschen und das Ostragehege besser verbunden werden können.
Fähre oder Brücke: Die Stadt hat untersucht, wie Pieschen und das Ostragehege besser verbunden werden können.  © Steffen Füssel

Dabei wurden vor allem "Umweltbrücke" (Radler, Fußgänger, Straba) und herkömmliche Fähre untersucht. Verbindungen per Gierseilfähre (nicht genehmigungsfähig) oder mit Amphibienbus blieben größtenteils außen vor.

Um eine Fähre wieder einzurichten, rechnet die Stadt mit Kosten von etwa zwei Millionen Euro und weiteren jährlichen Betriebskosten.

Aber: Die Zahl der erwarteten Fahrgäste steigt von Studie zu Studie. Aktuell werden ähnliche Zahlen wie auf der Johannstädter Fähre erwartet.

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Insgesamt drei Brückenstandorte wurden vertieft untersucht. Variante 1 will die Brücke zwischen Ballhaus Watzke und Burger King in Richtung Sternstraße führen. Weil mehrere Gebäude wegmüssten, scheint eine Umsetzung unwahrscheinlich.

Die Varianten 2 und 3 queren die Elbe kurz vor der Flutrinne und führen von dort zur Sternstraße. In einem Fall wären erhebliche Eingriffe in das dortige Gewerbegebiet notwendig. Kostenpunkt: je zwischen 50 und 70 Millionen Euro.

Brücke oder Fähre? SPD-Rat Stefan Engel hat dazu eine klare Meinung

Zuletzt 2011 fuhr ersatzweise die "Johanna" auf der 1995 stillgelegten Pieschener Fährstrecke, um Kirchentags-Besucher zu transportieren.
Zuletzt 2011 fuhr ersatzweise die "Johanna" auf der 1995 stillgelegten Pieschener Fährstrecke, um Kirchentags-Besucher zu transportieren.  © Ove Landgraf

Problematisch: Um einem Hochwasser standzuhalten, müsste die Brücke im Bereich der "Ostra-Insel" starten.

Um die Dimensionen zu verdeutlichen, versetzten die Rathaus-Planer die Niederwarthaer Elbbrücke in einer Illustration nach Dresden.

"Das sah wild aus. Die Stadt kann die benötigten Flächen gern als Option freihalten. Tatsächlich schnell umsetzbar ist jedoch nur eine Fähre", so SPD-Rat Stefan Engel (28).

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CDU-Verkehrsexperte Veit Böhm (56): "Wir sollten die Brückenplanungen verfeinern. Der ÖPNV braucht mittelfristig diese Elbquerung. Wir können mit einer hohen Förderquote rechnen."

Titelfoto: Ove Landgraf

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