Gebührenzoff! Kassiert das Rathaus Dresdens Weihnachtsmärkte ab?

Dresden - Gebührenstreit um die Dresdner Weihnachtsmärkte: Während der Striezelmarkt dieses Jahr mit 600.000 Euro extra unterstützt wird, sollen die kleinen Märkte dieselben Gebühren zahlen wie im Vorjahr - obwohl der Stadtrat dies anders beschlossen hat. Nun wird darüber hitzig diskutiert.

Der "Advent auf dem Neumarkt".
Der "Advent auf dem Neumarkt".  © Sebastian Kahnert/dpa

Rückblick: Um Gastronomen und Händler in der Corona-Krise zu entlasten, hat der Rat im Sommer einen "zeitlich befristeten Verzicht auf die Erhebung von insbesondere Sondernutzungsgebühren und Abgaben" beschlossen. 

Was für Wirte gilt, soll aber nicht für die "thematischen Weihnachtsmärkte" anwendbar sein. Etwa entlang der Hauptstraße, Prager Straße oder an der Frauenkirche.

Weil zu den geforderten Konzessionsabgaben (etwa 30.000 bis 40.000 Euro) nun zusätzlich Kosten für "Corona-Sicherheit" und Hygiene in etwa gleicher Höhe entstehen, sind die Marktbetreiber am Limit. 

"Wir haben an die Verwaltung appelliert, sich die Thematik noch mal anzuschauen. Uns entstehen enorme Zusatzkosten", so Frank Schröder (51) vom Weihnachtsmarkt auf der Prager Straße. Und: "Wir haben noch nicht zu 100 Prozent eine Entscheidung getroffen, ob der Markt stattfinden kann."

Unterstützung kommt aus dem Rat. "Es ist ein Beschluss gefasst worden, der plötzlich nicht mehr angewandt werden soll. Dies muss am Donnerstag im Rat geklärt werden. Wir wollen den Märkten entgegenkommen, weil diese unter schwierigen Bedingungen realisiert werden", so Stadtrat Torsten Schulze (50, Grüne).

Der Weihnachtsmarkt auf der Prager Straße.
Der Weihnachtsmarkt auf der Prager Straße.  © Michael Schmidt
Frank Schröder (51) organisiert die "Dresdner Winterlichter" auf der Prager Straße.
Frank Schröder (51) organisiert die "Dresdner Winterlichter" auf der Prager Straße.  © Steffen Füssel
Stadtrat Torsten Schulze (50, Grüne) will die Marktbetreiber entlasten.
Stadtrat Torsten Schulze (50, Grüne) will die Marktbetreiber entlasten.  © Steffen Füssel

Stadt soll Parkplätze für Striezelmarkt suchen

Will mehr Striezelmarkt-Parkplätze: Stadtrat Robert Malorny (41, FDP).
Will mehr Striezelmarkt-Parkplätze: Stadtrat Robert Malorny (41, FDP).  © Petra Hornig

Damit der Striezelmarkt stattfinden kann, werden dieses Jahr Terrassenufer und wohl auch die Wilsdruffer Straße gesperrt. 

Die FDP befürchtet ein Verkehrs-Chaos und will per Antrag zumindest gegensteuern.

Zum einen soll die Stadt am Mittwoch im Rat verpflichtet werden, schnellstmöglich ein Verkehrskonzept vorzulegen. 

"Wir müssen ein riesiges Chaos verhindern, es geht um die generelle Erreichbarkeit der Märkte auch per Auto", so FDP-Stadtrat Robert Malorny (41).

Zudem sollen alle Möglichkeiten geprüft werden, Interimsparkplätze einzurichten und dabei auch das Gespräch mit Privaten zu suchen. 

An der Albertbrücke könnte aus Sicht der FDP während des Striezelmarktes geparkt werden.
An der Albertbrücke könnte aus Sicht der FDP während des Striezelmarktes geparkt werden.  © Thomas Türpe

"Der Rathausvorplatz wäre denkbar oder die Fläche des Trödelmarktes unter der Albertbrücke, eventuell auch die Freiflächen hinter dem Haus der Presse", so Malorny weiter. 

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa/Steffen Füssel

Mehr zum Thema Dresden Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0