Grüne sauer auf Abweichler: So knapp war die Wahl des Baubürgermeisters

Dresden - Wer waren die Abweichler?

Stellt sich vor seine Fraktion: Linke-Chef André Schollbach (41).
Stellt sich vor seine Fraktion: Linke-Chef André Schollbach (41).  © Thomas Türpe

Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne) wurde, obwohl vermeintlich Grüne, CDU, Linke und SPD hinter ihm standen, mit lediglich 34 Stimmen gewählt. Das reichte nur hauchdünn zur Mehrheit im ersten Wahlgang. Ein Stadtrat der Grünen hat einen Verdacht.

"Das letzte Vertrauen ist weg, die Linken sind nicht handschlagfest. Wir hatten eine Vereinbarung, die wurde gebrochen", sagt Johannes Lichdi (56, Grüne). 

Hintergrund ist die Absprache zwischen den vier Fraktionen, sich gegenseitig eine Mehrheit bei der Wahl der Bürgermeister zu sichern. Kühn fehlten jedoch vermutlich zwölf Stimmen aus dem eigenen Lager. Das wurde besonders offensichtlich, weil die AfD aus Protest nicht mitwählte.

Während die CDU als "bündnisfest" gilt, richtet sich der Verdacht der Grünen vor allem gegen die Linke, die habe ihre Wahlniederlage immer noch nicht verdaut. "Den Grünen als stärkste Fraktion, denen pinkeln wir ans Bein", hieß eine Vermutung.

Stephan Kühn (41, Grüne) wurde nur mit knapper Mehrheit zum Baubürgermeister gewählt.
Stephan Kühn (41, Grüne) wurde nur mit knapper Mehrheit zum Baubürgermeister gewählt.  © Eric Münch

Ausgang des Streits offen

Linke-Chef André Schollbach (41) widerspricht: "Wir haben uns komplett auf die Wahl von Stephan Kühn verständigt. Bereits bei der Wahl von Jan Donhauser zum Bildungsbürgermeister haben jedoch etliche Stimmen aus der CDU-Fraktion gefehlt."

Der Ausgang dieses Streits ist offen, hinter den Kulissen laufen jedoch bereits neue Muskelspiele bei den Haushaltsverhandlungen. 

Titelfoto: Thomas Türpe/Eric Münch

Mehr zum Thema Dresden Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0