Horrende Preise für Schulhof-Miete: Linke wollen Besitzer enteignen!

Dresden - Schulstreit in der Dresdner Neustadt: Um langfristig nicht schließen zu müssen, brauchen die Freie Alternativschule und die Melli-Beese-Schule größere Freiflächen. Doch die will ein Investor zum Mondpreis vermieten statt verkaufen. Die Linken wollen daher eine Enteignung prüfen.

Bangt um ihre Zukunft: Die Freie Alternativschule Dresden.
Bangt um ihre Zukunft: Die Freie Alternativschule Dresden.  © Petra Hornig

Beide Schulen sind fester Bestandteil der Schullandschaft. Sie sind wichtig, damit der extrem auf Kante genähte Schulnetzplan nicht zusammenbricht. 

Doch dafür müssen vorgeschriebene Freiflächen auch für den Pausenhof nachgewiesen werden.

In einem Bebauungsplan, der im nächsten Stadtrat beschlossen werden soll, sind diese Flächen daher als Gemeinbedarfsflächen ausgewiesen. 

Das etwa 5 000 Quadratmeter große Areal kann nicht bebaut werden, ist für einen Investor eigentlich wertlos. Dennoch soll es zu Geld gemacht werden. 

Nach TAG24-Informationen sollen die beiden Schulen etwa 60. 000 Euro jährliche Miete zahlen, in wenigen Jahren wäre der Kaufpreis erreicht. 

Vermieter lenkt eventuell doch ein

"Zur Not müssen wir enteignen": Stadtrat Tilo Wirtz (53, Linke).
"Zur Not müssen wir enteignen": Stadtrat Tilo Wirtz (53, Linke).  © Petra Hornig

"Wir werden nicht zulassen, dass zwei Schulstandorte behindert werden, die für den Schulnetzplan notwendig sind. Die Enteignung ist das letzte Mittel. Wenn es keine andere Einigung gibt, müssen wir es anwenden", so Stadtrat Tilo Wirtz (53, Linke).

Stadtbezirksbeirat Oliver Mehl (45, Grüne): "Der Investor muss erkennen, dass es ein Gemeinwohlinteresse gibt. Er muss an die Schulen verkaufen." 

Tatsächlich strebt der Flächenentwickler nun eine "einvernehmliche Lösung" an.

Titelfoto: Petra Hornig

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