Linken-Parteitag unterbrochen: Kipping Spitzenkandidatin

Dresden - Verkehrte Welt!

Susanne Schaper (43,r) testete am Samstag Parteimitglieder von Die Linke mit Schnelltest auf das Coronavirus.
Susanne Schaper (43,r) testete am Samstag Parteimitglieder von Die Linke mit Schnelltest auf das Coronavirus.  © Robert Michael/dpa

Die sächsische Linke-Vorsitzende Susanne Schaper (43) ist am Samstag bei einer Vertreterversammlung in Dresden in ihre frühere Rolle als gelernte Krankenschwester geschlüpft.

Schaper nahm vor Beginn des Listenparteitages gemeinsam mit anderem Fachpersonal die Nasen-Abstriche für einen Antigen-Schnelltest vor.

Der Test gehörte zum umfangreichen Sicherheitskonzept der Versammlung, auf der die sächsische Linke ihre Landesliste für die Bundestagswahl aufstellen will.

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Schaper "verarztete" auf diese Weise auch die frühere Linke-Bundesvorsitzende Katja Kipping.


"In der Krise sitzen nicht alle in einem Boot"

Susanne Schaper (43,l), Landesvorsitzende der sächsichen Linken, testet Katja Kipping (43), ehemalige Bundesvorsitzende der Linken, vor Beginn des Landesparteitages der Partei Die Linke Sachsen mit einem Schnelltest auf das Coronavirus.
Susanne Schaper (43,l), Landesvorsitzende der sächsichen Linken, testet Katja Kipping (43), ehemalige Bundesvorsitzende der Linken, vor Beginn des Landesparteitages der Partei Die Linke Sachsen mit einem Schnelltest auf das Coronavirus.  © Robert Michael/dpa

Schaper hat eine zunehmende soziale Spaltung in der Corona-Krise beklagt. Während sich Menschen privat immer mehr einschränken müssten, würden Großkonzerne immer noch Gewinne in Größenordnungen einfahren, sagte sie am Samstag auf einem Parteitag in Dresden.

Die Unzufriedenheit der Menschen werde immer lauter: "Es sitzen eben nicht 'alle im selben Boot'. Es ist ein Unterschied, ob man den tosenden Sturm in der Nussschale oder in der hochseetauglichen Luxusjacht überstehen muss."

Die Pandemie verstärke die Ungleichheit, die der Kapitalismus in normalen Zeiten ohnehin hervorbringe.

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Die sächsische Linke will am Samstag ihre Landesliste für die Bundestagswahl am 26. September aufstellen. Auf Platz 1 tritt die frühere Bundesvorsitzende Katja Kipping (43) an.

2017 hatten die Partei in Sachsen 16,1 Prozent der Zweitstimmen erzielt und konnte mit sechs Abgeordneten in den Bundestag einziehen. Fünf von ihnen bewerben sich erneut.

Susanne Schaper (43, Die Linke), Landesvorsitzende in Sachsen, ist gelernte Krankenschwester.
Susanne Schaper (43, Die Linke), Landesvorsitzende in Sachsen, ist gelernte Krankenschwester.  © Bodo Schackow/dpa

Update, 24. April, 13.44 Uhr: Mehr Wahlzettel als Delegierte - Linken-Parteitag unterbrochen

Die sächsischen Linken haben am Samstag die Aufstellung ihrer Landesliste schon nach der ersten Runde unterbrechen müssen.

Da bei der Wahl der früheren Bundesvorsitzenden Katja Kipping 155 Wahlzettel in der Urne landeten, aber nur 154 Vertreter zum Parteitag angemeldet waren, galt es zunächst diesen Umstand zu klären.

Update, 24. April, 14.55 Uhr: Sächsische Linke ziehen mit Katja Kipping an der Spitze in den Wahlkampf zur Bundestagswahl

Katja Kipping (43) erhielt auf einem Parteitag in Dresden 75 Prozent der Delgiertenstimmen.
Katja Kipping (43) erhielt auf einem Parteitag in Dresden 75 Prozent der Delgiertenstimmen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die sächsischen Linken ziehen mit Katja Kipping (43) /43) an der Spitze in den Wahlkampf zur Bundestagswahl am 26. September.

Die frühere Bundesvorsitzende erhielt am Samstag auf einem Parteitag in Dresden 75 Prozent der Delegiertenstimmen. Von 156 Vertretern stimmten 117 für Kipping.

Die 43-Jährige hatte keinen Gegenkandidaten. Die Wahl gelang allerdings erst beim zweiten Mal. In der ersten Runde befand sich ein Wahlzettel mehr in der Wahlurne als Delegierte angemeldet waren.

In ihrer Bewerbungsrede hatte Kipping eingangs auf die Bedeutung gerade dieser Bundestagswahl in Zeiten der Pandemie hingewiesen.

Denn es gehe auch darum, "wer am Ende die Kosten der Krise bezahlen muss".

Die Linke wolle Millionenvermögen, Millionenerbschaften und Millionengewinne besteuern. Auch deshalb brauche man Mehrheiten links von Union und FDP.

Auf Platz 2 und 3 der Landesliste folgen Sören Pellmann und Caren Lay. Sie bekamen eine Zustimmung von 72,4 Prozent beziehungsweise 80,7 Prozent und hatten gleichfalls keine Kontrahenten.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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