Weihnachtmärkte: Stadtrat Zastrow fordert Zuschüsse, Unternehmer Zastrow würde mit kassieren

Dresden - Die Hängepartie geht weiter! Nachdem der geplante Start der Weihnachtsmärkte in Dresden am 23. November abgesagt ist (TAG24 berichtete), hoffen Stadt, Veranstalter und Händler nun auf den Dezember.

Ob der Augustusmarkt in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann, ist weiter offen.
Ob der Augustusmarkt in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann, ist weiter offen.  © Thomas Türpe

Dafür sollen neue Konzept erarbeitet werden. Weil aber zusätzliche Corona-Maßnahmen viel Geld kosten, wollen die CDU und FDP im Stadtrat den Betreibern von Weihnachtsmärkten finanziell unter die Arme greifen. 

Pikant: Einer der Profiteure wäre der Chef der FDP-Stadtratsfraktion, Holger Zastrow (51). Er ist Mitorganisator von Dresdens zweitgrößtem Weihnachtsmarkt - dem Augustusmarkt auf der Hauptstraße.

Der Antrag von CDU und FDP, über den der Stadtrat am 10. November entscheiden soll, sieht vor, bis zu 400.000 Euro zur Verfügung zu stellen - bezahlt aus Geldern des Freistaates. 

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Dafür müssen die Kosten für die Umsetzung der Hygienekonzepte nachgewiesen werden, beispielsweise für die Einzäunung, Zugangskontrollen oder die Nachverfolgung.

Holger Zastrow (51, FDP) würde bei einem Zuschuss wohl ebenfalls Geld bekommen.
Holger Zastrow (51, FDP) würde bei einem Zuschuss wohl ebenfalls Geld bekommen.  © Holm Helis

SPD-Stadtrat Vincent Drews zeigt sich empört

Vincent Drews (32, SPD) kritisiert die geplante Förderung.
Vincent Drews (32, SPD) kritisiert die geplante Förderung.  © Thomas Türpe

Grundsätzlich käme das Geld auch ihm zugute, räumt Zastrow auf TAG24-Nachfrage ein. Deshalb werde er sich auch für befangen erklären. Er darf dann zu diesen Tagesordnungspunkt nicht an der Stadtratssitzung teilnehmen.

Von Profitieren könne aber keine Rede sein, so Zastrow: "Das genehmigte Hygienekonzept für den Augustusmarkt kostet etwa 150.000 Euro." 

Es sei außerdem eine Frage der Gerechtigkeit, dass nicht nur für den Striezelmarkt Gelder bereitgestellt werden, sondern auch für die anderen Märkte. Immerhin würden diese im Auftrag der Stadt organisiert.

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Von SPD-Stadtrat Vincent Drews (32) kommt trotzdem Kritik: "Mit formalen Tricks wird da die persönliche Befangenheit umgangen und Steuermittel werden in die eigene Tasche gewirtschaftet. Widerlich", schreibt er auf Twitter.

Striezelmarkt steht noch in den Sternen - aber der Baum ist da

Am Samstag wurde die Striezelfichte aufgestellt, diesen Montag bekommt sie ihre Lichter.
Am Samstag wurde die Striezelfichte aufgestellt, diesen Montag bekommt sie ihre Lichter.  © Ove Landgraf

Der Baum steht! 

Am Samstag wurde auf dem Altmarkt der Weihnachtsbaum für den 586. Dresdner Striezelmarkt aufgestellt

Die 120 Jahre alte Fichte ist etwa 20 Meter hoch, 4,5 Tonnen schwer und stand zuvor unweit der Heidemühle an der Prießnitz. 

Für einen sicheren Stand in der Hülse im Boden wurde der ursprünglich 37 Meter hohe Baum gekürzt.

Am Montag wird die Striezelfichte noch ins richtige Licht gesetzt und eine rund 2900 Meter lange Lichterkette mit 16.200 LEDs angebracht. 

Die Spitze erhält zudem einen 70 mal 70 Zentimeter großen Stern. Leuchten werden die Lichter aber erst ab dem 1. Advent am 29. November. 

Ob der Baum dann Gesellschaft durch Buden für einen Striezelmarkt ab Dezember hat, ist noch offen.

Titelfoto: Thomas Türpe/Holm Helis

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