Minister-Versprechen geplatzt: Wo bleibt das Wunder-Ticket für Bus und Bahn?

Dresden - Die 370.000 sächsischen Schüler müssen weiter auf ein Ticket warten, mit dem sie Busse und Bahnen kostengünstig und Regionen übergreifend nutzen können. Wenige Wochen vor der beabsichtigten Einführung zum Schuljahresbeginn Ende August ist das Thema in weite Ferne gerückt.

Vom Regen in die Traufe: Verkehrsminister Martin Dulig (46, SPD) muss das Bildungsticket wohl erneut verschieben. Auch bei der Landesverkehrsgesellschaft ist keine Lösung in Sicht.
Vom Regen in die Traufe: Verkehrsminister Martin Dulig (46, SPD) muss das Bildungsticket wohl erneut verschieben. Auch bei der Landesverkehrsgesellschaft ist keine Lösung in Sicht.  © Steffen Unger

Dabei handelt es sich eigentlich um ein Prestigeprojekt von Verkehrsminister Martin Dulig (46, SPD). Bereits vor zwei Jahren hatte er vollmundig angekündigt, das Ticket einzuführen. 

Sein Plan, dazu eine Landesverkehrsgesellschaft zu gründen, in der die sechs regionalen Verkehrsverbünde aufgehen, steht sogar im Koalitionsvertrag. Mehr als ein Lippenbekenntnis der Koalitionäre gibt es dazu bisher nicht...

Größter Knackpunkt ist das Geld: Das Bildungsticket soll für maximal 20 Euro zu haben sein. Die Verkehrsverbünde rechnen dagegen mit Kosten von bis zu 65 Euro. 

Die Differenz soll der Freistaat ausgleichen. 

Erneute Beratung am heutigen Donnerstag

Weiter teuer: Für Bahn-, aber auch Bustickets, zahlen Schüler in Sachsen bisher zu viel. Angepeilt sind maximal 20 Euro.
Weiter teuer: Für Bahn-, aber auch Bustickets, zahlen Schüler in Sachsen bisher zu viel. Angepeilt sind maximal 20 Euro.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Zuviel für Dulig, der die Zweckverbände am Zug sieht. Kai Emanuel (52, CDU), Landrat und Sprecher der Nahverkehrszweckverbände, hält die Kalkulation für reell und weist Vorwürfe, die Verbände seien an der gescheiterten Einführung schuld, zurück.

Für Marco Böhme (30), Sprecher für Klimaschutz und Mobilität der Linken im Landtag, ist das Ganze ein Trauerspiel. Er wirft Dulig und der Koalition Versagen vor. 

Am heutigen Donnerstag nun berät der Wirtschaftsausschuss des Landtags in einer Sondersitzung in der Sache. 

Ob das den Durchbruch bringt, bleibt abzuwarten.

Titelfoto: dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild, Steffen Unger

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