Nach 30 Minuten war alles vorbei: So lief der Stadtrat im Corona-Modus

Dresden - "Dresden hat es oft gezeigt, in der Not hilft nur Zusammenhalt": OB Dirk Hilbert (48, FDP) zitierte zum Beginn der Stadtrat-Sitzung das Banner der Dynamo-Ultras. Auch sonst war bei Dresdens erstem "Corona-Stadtrat" nichts wie üblich.

OB Dirk Hilbert (48, FDP) im Stadtrat, über seinem Mikro hing eine Plastiktüte. 
OB Dirk Hilbert (48, FDP) im Stadtrat, über seinem Mikro hing eine Plastiktüte.  © Holm Helis

Statt 70 Räten war (nach Rücksprache mit dem OB) nur knapp mehr als die Hälfte da, auch einige AfD-Räte hatten verzichtet. Bänke und Stühle waren breit im Saal verteilt, kurz vor der Sitzung wurden noch schnell Mundschutze verteilt. 

Einige Räte schrieben sich mit eigenen Kugelschreibern in die Anwesenheitslisten ein, andere nutzen das Angebot, die Stifte zu desinfizieren. 

Unter anderem Kati Bischoffberger (51) und Wolfgang Deppe (63, beide Grüne) trugen Mundschutz.

Zu Beginn der Sitzung sprach OB Hilbert: "Es war keine leichte Entscheidung, die Sitzung stattfinden zu lassen, soziale Distanz ist das neue Stichwort. Aber wir dürfen die parlamentarische Demokratie nicht aussetzen."

Während der kurzen Sitzung (30 Minuten statt sechs Stunden) dann gespenstische Stille, kein Geschrei, keine der sonst üblichen Zwischenrufe. Die Redezeit wurde von fünf auf zwei Minuten reduziert. 

OB Hilbert konkretisierte geplante 1000-Euro-Soforthilfe

Einige Räte wie Kati Bischoffberger (51, Grüne) trugen Mundschutz. 
Einige Räte wie Kati Bischoffberger (51, Grüne) trugen Mundschutz.  © Holm Helis

Die komplette Abstimmungstechnik war abgebaut, niemand musste ein Mikro anfassen. Abgestimmt wurde per Handzeichen, nicht per Knopfdruck.

Danach wurde unter anderem die Friedhofssatzung im Eiltempo abgestimmt. OB Hilbert konkretisierte zudem seine geplante 1000-Euro-Soforthilfe. Die solle auch für Künstler gelten. Studenten können keine Anträge stellen.

Einzig Michael Schmelich (65, Grüne) und Pirat Martin Schulte-Wissermann (48) traten dazu ans Mikro: "Studenten verdienen teilweise ihren kompletten Lebensunterhalt durch Arbeit, es bricht uns kein Zacken aus der Krone, diese Menschen zu fördern."

Dafür gab es keine Mehrheit, wohl aber für die Soforthilfe an sich. Nun will die Verwaltung das Wochenende durcharbeiten, um nächste Woche zahlen zu können.


Die Lokalpolitiker saßen so weit wie möglich auseinander.
Die Lokalpolitiker saßen so weit wie möglich auseinander.  © Holm Helis

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