Nur eine Partei will das 365-Euro-Ticket unbedingt

Dresden - Teuer und nahezu wirkungslos. So schätzen Experten die Einführung eines 365-Euro-Tickets in Dresden ein (TAG24 berichtete).

Anne Holowenko (37, Linke) hält am 365-Euro-Ticket fest.
Anne Holowenko (37, Linke) hält am 365-Euro-Ticket fest.  © Steffen Füssel

Die Entscheidung trifft aber der Stadtrat. Dort plädierten in der Vergangenheit vor allem CDU und Linke für die Einführung.

Bei den Linken hält man auch weiterhin an der Idee fest. "Wir wollen ein attraktives Angebot schaffen, damit sich alle anständig von A nach B bewegen können", sagt Stadträtin Anne Holowenko (37). 

Das für alle erschwingliche 365-Euro-Ticket sei da der richtige Weg und die Finanzierung nur eine Frage der Prioritätensetzung im Haushalt. Auch die CDU will das Thema noch nicht begraben, hält es derzeit aber für nicht finanzierbar. 

"Ohne eine langfristige Beteiligung von Bund und Land geht es nicht", sagt Veit Böhm (55, CDU). Bei den Freien Wählern, die dem 365-Euro-Ticket ebenfalls nicht abgeneigt sind, will man sich die Untersuchungsergebnisse genau ansehen.

Für die anderen Fraktionen ist das Thema dagegen durch. „Für uns Grüne ist die Idee endgültig vom Tisch", sagt Johannes Lichdi (56). 

Ungewohnte Einigkeit

Für Johannes Lichdi (56, Grüne) ist das Thema vom Tisch.
Für Johannes Lichdi (56, Grüne) ist das Thema vom Tisch.  © Ove Landgraf

Stattdessen müsse die Stadt endlich die Parkgebühren erhöhen und mit dem Geld den öffentlichen Verkehr ausbauen. 

Auch SPD-Stadtrat Stefan Engel (27) sagt: "Der Schlüssel zur Verkehrswende liegt in einem konsequenten Ausbau des Angebots bei maßvollen Preisen." 

Das sieht Thomas Ladzinski (31, AfD) ähnlich: "Man steigert die Attraktivität des ÖPNV, indem man das Angebot verbessert, und nicht, indem man die Preise senkt." 

Holger Zastrow (51, FDP) hofft nun "auf ein Ende der Diskussion und die Konzentration auf wichtige Themen wie die Stadtbahn 2020". 

Titelfoto: Ove Landgraf/Steffen Füssel

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