OB Hilbert besucht das neue Anlaufzentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine

Dresden - Der Kontrast könnte größer nicht sein: Wo sich bis Sonntag Jugendliche über die Möglichkeiten für ihre berufliche Zukunft informiert haben, wird ab Dienstag Menschen geholfen, denen außer ihrem Leben nicht mehr viel geblieben ist. Denn seit 8 Uhr ist die Halle 4 der Dresdner Messe das zentrale Anlaufzentrum für Geflüchtete aus der Ukraine.

Im Eiltempo machen Messebauer aus der Halle 4 der Dresdner Messe ein Ankunftszentrum für Ukraine-Flüchtlinge.
Im Eiltempo machen Messebauer aus der Halle 4 der Dresdner Messe ein Ankunftszentrum für Ukraine-Flüchtlinge.  © Norbert Neumann

Diejenigen, die in Dresden bleiben wollen und nicht nur auf der Durchreise sind, werden hier registriert und erhalten Hilfe. "Wir werden die Dienstleistungen der Stadtverwaltung unter einem Dach anbieten", erklärte Markus Blocher (53), Leiter des für Ausländerangelegenheiten zuständigen Bürgeramts.

Mitarbeiter des Sozial-, Jugend- und Gesundheitsamts kümmern sich von 8 bis 18 Uhr bzw. 20 Uhr (Gesundheitsamt) um die ankommenden Menschen. Auch ein Gesundheitscheck wird angeboten.

Der soll neben der medizinischen Versorgung dazu dienen, Ausbrüche von Corona und Tuberkulose zu verhindern. Neben einem großen Wartebereich mit Stühlen und Biertischgarnituren entsteht in einem abgetrennten Teil der Halle auch eine Notunterkunft mit zunächst 200 Betten, in der die Geflüchteten die Nacht verbringen und zur Ruhe kommen können.

Strukturwandel in der Lausitz: Handwerker-Kritik an Millionen-Verteilung
Dresden Politik Strukturwandel in der Lausitz: Handwerker-Kritik an Millionen-Verteilung

"Wir werden auch einen Spielbereich für Kinder und Ruhebereiche für Schwangere und Stillende haben", sagt Blocher. Das Anlaufzentrum ist rund um die Uhr mit Mitarbeitern der Johanniter besetzt.

Geflüchtete aus der Ukraine, die in Dresden bleiben wollen, haben nun eine zentrale Anlaufstelle.
Geflüchtete aus der Ukraine, die in Dresden bleiben wollen, haben nun eine zentrale Anlaufstelle.  © xcitepress/Benedict Bartsch
Im Rathaus geht man davon aus, dass die Zahl der ankommenden Ukrainer weiter steigen wird.
Im Rathaus geht man davon aus, dass die Zahl der ankommenden Ukrainer weiter steigen wird.  © xcitepress/Benedict Bartsch
Neben dem großen Wartebereich entstehen Räume für den Gesundheitscheck, Verwaltungsmitarbeiter und eine Notunterkunft.
Neben dem großen Wartebereich entstehen Räume für den Gesundheitscheck, Verwaltungsmitarbeiter und eine Notunterkunft.  © Norbert Neumann
Die Messe wird für jene, die vor Putins Bomben geflohen sind, zum sicheren Hafen.
Die Messe wird für jene, die vor Putins Bomben geflohen sind, zum sicheren Hafen.  © Norbert Neumann

Rathaus rechnet mit weiter steigenden Zahlen

OB Dirk Hilbert (50, FDP) hat am Montag vor Ort über die aktuellen Entwicklungen informiert.
OB Dirk Hilbert (50, FDP) hat am Montag vor Ort über die aktuellen Entwicklungen informiert.  © Norbert Neumann

Damit die ankommenden Ukrainer das Angebot auch finden, soll es am Hauptbahnhof eine Clearingstelle geben, kündigte Stadtsprecher Kai Schulz (47) an. Von dort können sie tagsüber regulär mit der Linie 10 und nach mit Sonderbussen zur Messe fahren.

"Es wird eine Beschilderung und Lotsen geben", so Schulz. Für Geflüchtete, für die Dresden nur eine Zwischenstation ist, stehen weiter neun Turnhallen als Notunterkünfte bereit, von denen aktuell sechs genutzt werden.

Wie viele Ukrainer genau in Schutz gesucht haben, ist unklar. Durch die Stadt würden pro Nacht ungefähr 1000 Personen untergebracht, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (50, FDP).

Streit um Elektro-Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale
Dresden Politik Streit um Elektro-Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale

Im Rathaus rechnet man damit, dass die Zahlen weiter steigen werden. "Wir merken, dass Dresden neben Leipzig und Görlitz ein besonderer Anlaufort in Sachsen ist", sagt Hilbert.

Das zeigt sich auch in Leipzig, wo das Ankunftszentrum bereits vergrößert werden muss. Leipzigs Stadtsprecher Matthias Hasberg (50) kündigte am Montag an, dass die Kapazitäten nach Möglichkeit verdoppelt werden sollen.

Eventuell soll auch ein anderer, größerer Ort für das Zentrum gefunden werden. Vor der Anlaufstelle im dortigen Neuen Rathaus bilden sich derzeit lange Schlangen.

Titelfoto: Bildmontage: xcitepress/Benedict Bartsch/Norbert Neumann

Mehr zum Thema Dresden Politik: