Ob-Wahl in Dresden: So lief die erste Runde im Kampf ums Rathaus

Dresden - Dresden hat gewählt! Und der Sieger des ersten Wahlgangs heißt Amtsinhaber Dirk Hilbert (50, FDP). Das stand schon eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr fest. Denn bereits in den ersten ausgezählten Wahlbezirken lag Hilbert deutlich vorn.

Dirk Hilbert (50, FDP, links) und Eva Jähnigen (56, Grüne) beglückwünschten sich zu ihren Ergebnissen.
Dirk Hilbert (50, FDP, links) und Eva Jähnigen (56, Grüne) beglückwünschten sich zu ihren Ergebnissen.  © Petra Hornig

So blieb es den ganzen Wahlabend. Am Ende bekam Hilbert, der als unabhängiger Kandidat angetreten ist, 32,5 Prozent der Stimmen. Entsprechend groß war die Freude.

"Das ist ein starkes Ergebnis. Ich habe fast doppelt so viele Stimmen wie die Zweitplatzierte erreicht", so Hilbert.

"Ich werde jetzt Gas geben für den zweiten Wahlgang und um die Unterstützung der Dresdner werben, damit Dirk Hilbert an der Stadtspitze bleibt."

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Hinter dem Amtsinhaber gab es lange einen Dreikampf, ehe sich Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (56, Grüne) absetzen konnte. Am Ende entfielen auf sie 18,9 Prozent der Stimmen. Damit setzte sich Jähnigen klar gegen die beiden anderen Herausforderer aus dem linken Lager durch.

SPD-Kandidat Albrecht Pallas (43) erhielt 15,2 Prozent der Stimmen und André Schollbach (43, Linke) 10,3 Prozent.

Unabhängig vom zweiten Wahlgang am 10. Juli steht damit fest, dass beide nicht Dresdens neuer OB werden. Denn die drei Parteien hatten sich im Vorfeld darauf verständigt, gemeinsam den Kandidaten aus ihren Reihen mit den meisten Stimmen zu unterstützen. "Zu dieser Vereinbarung stehe ich ohne Wenn und Aber", sagte Schollbach. Von Pallas war das Gleiche zu hören.

In den Wahllokalen war es ruhig. Nur 47,4 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab
In den Wahllokalen war es ruhig. Nur 47,4 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab  © Thomas Türpe

Oberbürgermeister-Wahl in Dresden: Dreikampf hinter dem Amtsinhaber

Etwa ein Fünftel der wahlberechtigten Dresdner gab per Briefwahl die Stimme ab.
Etwa ein Fünftel der wahlberechtigten Dresdner gab per Briefwahl die Stimme ab.  © Robert Michael/dpa

Für AfD-Kandidat Maximilian Krah (45) bleibt nur der vierte Platz. Damit wurde das selbstgesteckte Ziel, zweitstärkste Kraft zu werden, deutlich verfehlt.

"Wir nehmen zur Kenntnis, dass es in Dresden einen starken Anteil Querdenker gibt. Außerdem ist wohl ein großer Anteil unserer Wähler zu Hause geblieben", analysierte Krah das Ergebnis. Trotz des schwaches Ergebnisses will Krah beim zweiten Wahlgang erneut antreten.

Dass man damit einer grünen Kandidatin zum Wahlsieg verhelfen könnte, stört ihn nicht. "Ich sehe keinen Unterschied zwischen Dirk Hilbert und Rot-Rot-Grün", so Krah.

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Der Kandidat der Piraten, Martin Schulte-Wissermann (51), spielte beim Ausgang der Wahl mit 2,9 Prozent keine Rolle. Damit blieb er sogar hinter Querdenker Marcus Fuchs (38) zurück, dem 3,4 Prozent der Wähler ihre Stimme gaben.

Der zweite Kandidat aus der Querdenken-Szene, Sascha Wolff (52), und der PARTEI-Kandidat Jan Pöhnisch (31) erreichten jeweils 1,3 Prozent.

Titelfoto: Petra Hornig

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