Elberadweg: Fahrradclub sagt Autofahrern den Kampf an!

Dresden - Seit Jahren schon parken unzählige Autofahrer direkt am Dresdner Elberadweg unterhalb des Blauen Wunders neben dem Schillergarten. Doch eigentlich darf dort gar nicht geparkt werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club-Dresden e. V. (ADFC) wehrt sich nun dagegen.

Regelmäßig stellen Dutzende Autofahrer ihre Fahrzeuge am Elberadweg ab.
Regelmäßig stellen Dutzende Autofahrer ihre Fahrzeuge am Elberadweg ab.  © Thomas Türpe

Über 50 Parker sind zwischen Schillergarten und Elbe keine Seltenheit. Die große Freifläche wird schon seit Jahren von Gästen des Lokals und Anwohnern der näheren Umgebung genutzt.

Doch eigentlich ist das Gelände ein Teil eines Landschaftschutzgebietes und Autoverkehr somit verboten. Ein entsprechendes Schild steht am Rand der gepflasterten Zufahrtsstraße zum Elberadweg.

"Eigentlich sollte alles für die Sicherheit der Radfahrer an diesem wichtigen Radweg unternommen werden. Doch am Schillergarten ist die Realität leider eine andere", erklärte dazu ADFC-Geschäftsführer Edwin Seifert (48) am Montag. "Die willkürliche Nichtverfolgung des Autoverkehrs und Parkens unterhalb des Schillerplatzes durch die Stadt Dresden ist unverantwortlich."

Das Ordnungsamt ist zwar häufig am Schillerplatz und kontrolliert, ob Autofahrer Parkscheine gezogen haben, aber unterhalb des Schillergartens schauen die städtischen Bediensteten regelmäßig weg, moniert Seifert.

Ordnungsamt sieht nicht ausreichend Parkverbotsschilder

Dieses unscheinbare gelbe Schild verbietet Autofahrern eigentlich das Weiterfahren.
Dieses unscheinbare gelbe Schild verbietet Autofahrern eigentlich das Weiterfahren.  © Petra Hornig

Eine Anfrage des ADFC-Chefs beim Ordnungsamt ergab, dass die Beamten die Wildparker nicht abstrafen könnten, weil die Beschilderung nicht ausreichend sei.

Doch OB Dirk Hilbert (49, FDP) hielt bereits 2017 dagegen und erklärte: "Rechtlich sind mit dem NSG-Schild (Naturschutzgebiet-Schild 'Eule') hinreichende Maßnahmen gegen das Befahren der Fläche veranlasst worden", antwortete er damals auf eine Anfrage im Stadtrat.

Der ADFC sah damit eine klare Handlungsanweisung für die Beamten. Doch noch immer unternahmen sie nichts. Auch wurden keine neuen Schilder aufgestellt.

Ende September dieses Jahres wollten Edwin Seifert und sein Team vom Ordnungsamt wissen, wie es nun an der Stelle weitergeht. "Die Anfrage blieb bis jetzt leider unbeantwortet", erklärte er am Montag.

Elberadweg an dieser Stelle sogar Unfallschwerpunkt in Dresden

Nicht nur Parkende sind ein Risiko für die Radler, vor allem die Parkplatzsuchenden stellen eine Gefahr dar.
Nicht nur Parkende sind ein Risiko für die Radler, vor allem die Parkplatzsuchenden stellen eine Gefahr dar.  © ADFC Dresden

Besonders ärgerlich ist die Tatenlosigkeit des Amtes, da die Stelle als Unfallschwerpunkt in Dresden gilt.

"In den Jahren 2014, 2015, 2016 und 2019 wurde sie als Unfallhäufungsstelle angegeben", weiß Seifert und gibt zu bedenken, dass es eine hohe Dunkelziffer an nicht gemeldeten Unfällen zwischen Autofahrern und Radlern sowie Fußgängern geben könnte.

"Fußgänger und Radfahrer werden auf dem Elberadweg behindert und gefährdet. Häufig muss man als Radfahrer zwischen Kraftfahrzeugen warten oder ihnen ausweichen", berichtet unterstützend Katharina von Kriegstein vom ADFC Dresden.

Unfallschwerpunkte werden jährlich erfasst und sollten eigentlich von einer eigens dafür eingerichteten Kommission entschärft werden.

"Spätestens ab 2015 hätte also auch die Unfallkommission hier tätig werden müssen", so Seifert weiter.

Die Radfahrer müssen sich auf dem Elberadweg häufig zwischen Autos hindurchschlängeln
Die Radfahrer müssen sich auf dem Elberadweg häufig zwischen Autos hindurchschlängeln  © ADFC Dresden

ADFC geht rechtlich gegen die Stadtverwaltung vor

Damit sich die Situation am Fuße des Blauen Wunders bessert, wollen Seifert und seine Mitstreiter nun rechtlich gegen die Stadt vorgehen.

In einem ersten Schritt haben sie sich an die Landesdirektion Sachsen (LDS) gewendet und fordern ein kommunalaufsichtliches Eingreifen. Die LDS beaufsichtigt nämlich die Stadt bei der Erfüllung ihrer Aufgaben in Zusammenhang mit Naturschutzgebieten.

Die LDS befasst sich jetzt mit dem Anliegen des ADFCs, bestätigte ein Sprecher auf TAG24-Anfrage. Welche Maßnahmen konkret ergriffen werden, konnte jedoch noch nicht gesagt werden. Der Fahrradclub behält sich indes weitere Schritte vor.

Die Polizei wird verglichen mit dem Rest der Stadt besonders oft vor den Schillergarten gerufen, weil es zu Unfällen kam.
Die Polizei wird verglichen mit dem Rest der Stadt besonders oft vor den Schillergarten gerufen, weil es zu Unfällen kam.  © Ove Landgraf

Es sieht ganz so aus, als müssten sich Autofahrer darauf einstellen, neue Parkplätze in dem Gebiet zu suchen. "300 Meter weiter entfernt gibt es 305 Parkplätze in der Tiefgarage der Schillergalerie, die selbst in Spitzenzeiten nie zu mehr als 40 Prozent ausgelastet sind", erklärte von Kriegstein bereits dazu.

Titelfoto: Thomas Türpe

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