Proteste gegen Abschiebung: Härtefall-Kommission von Ministerium "sabotiert"?

Dresden - Der Protest gegen die Abschiebungen der georgischen Familien aus Radebeul und Pirna, die mitten in der Nacht von Polizisten aus den Betten geholt wurden, reißt nicht ab. Bürger versammeln sich für Demos, auch Politiker schalten sich ein.

Auch am Sonntag protestierten Menschen am Dresdner Kulturpalast gegen die Abschiebung gut integrierter georgischer Mitbürger.
Auch am Sonntag protestierten Menschen am Dresdner Kulturpalast gegen die Abschiebung gut integrierter georgischer Mitbürger.  © Ronald Bonss

Nach Demonstrationen in Pirna versammelten sich am Sonntag auch in Dresden vorm Kulturpalast Unterstützer der beiden abgeschobenen vier- und neunköpfigen Familien.

"Nicht alle Georgier haben das Recht, hier zu bleiben. Es geht um die gut integrierten Familien, wo die Eltern arbeiten, die Kinder hier geboren sind und zur Schule gehen", sagt Anmelderin Irma Tchankoshvili (40).

Vor Ort wurden Unterschriften und Geld gesammelt, um es den Familien zukommen zu lassen.

Dresden: Zwei bis drei jahre alte Mädchen missbraucht: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Kita-Mitarbeiter!
Dresden Crime Zwei bis drei jahre alte Mädchen missbraucht: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Kita-Mitarbeiter!

Neben der SPD kritisiert auch die grüne Landtags-Fraktionsvorsitzende Franziska Schubert (39) die Abschiebe-Praxis des CDU-geführten Ministeriums.

"Jegliches Maß für Menschlichkeit ist hier verloren gegangen. Innenminister Wöller ist verantwortlich dafür, dass sächsische Ausländerbehörden in vielen Fällen Entscheidungen treffen, die so nicht getroffen werden müssten", sagte sie.

Von "Sabotage der Härtefall-Kommission" hatte im Fall der Pirnaer Familie auch Kommissionsmitglied Jörg Eichler (45) gesprochen. Das Gremium hatte sich vorm Abflug den Pirnaern angenommen, was laut Verordnung einen Abschiebe-Stopp hätte erwirken müssen. Dennoch hob der Flieger ab.

Nach Georgien abgeschoben: Familie I. lebte acht Jahre in Pirna. Fünf der sieben Kinder wurden hier geboren.
Nach Georgien abgeschoben: Familie I. lebte acht Jahre in Pirna. Fünf der sieben Kinder wurden hier geboren.  © privat

"Wir haben Innenministerium und Landesdirektion um Stellungnahmen zum konkreten Ablauf gebeten", so Eichler.

Titelfoto: Ronald Bonss

Mehr zum Thema Dresden Politik: