Routen mit Vorrang: Dresden investiert Millionen ins Radwegenetz!

Dresden - Bei zweistelligen Minusgraden sind nur noch die Hartgesottenen mit dem Fahrrad unterwegs. Mit dem Frühling wird sich das aber schnell wieder ändern. Damit Dresdens Radler künftig sicherer unterwegs sind, investiert das Rathaus dieses Jahr 4,5 Millionen Euro.

Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne) setzt auf Radvorrang-Routen.
Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne) setzt auf Radvorrang-Routen.  © imago images/Sven Ellger

"Dresden ist die Stadt mit den meisten Fahrradunfällen in Sachsen. Da gibt es dringenden Handlungsbedarf", sagte Baubürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne) am gestrigen Mittwoch bei der Vorstellung der Bauvorhaben. So sollen die Maßnahmen aus dem 2017 beschlossenen Radkonzept gebündelt werden, um durchgehende "Radvorrangrouten" zu schaffen.

Die sollen vom Stadtzentrum aus in alle vier Himmelsrichtungen führen. Die Planungen laufen bereits und sehen vor, Schutz- und Fahrradstreifen anzulegen, Oberflächen zu sanieren und Kreuzungen sicherer zu machen.

Am weitesten ist man mit der Radroute Richtung Osten, die bereits ab 2022 gebaut werden soll. Sie soll vom Stadtzentrum durch Striesen zum Schulcampus Tolkewitz führen und dann an den Elberadweg angebunden werden.

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An den übrigen Routen Richtung Norden (Stadtzentrum – Neustadt - Klotzsche), Süden (Stadtzentrum – Südvorstadt – Plauen – Coschütz) und Westen (Stadtzentrum – Cotta & nordwestlicher 26er-Ring) wird in diesem Jahr weiter geplant.

Spezielles Konzept zum Schutz vor Unfällen mit Autotüren in Entwicklung

Im Auftrag der Stadt wird derzeit ein Konzept gegen Dooring-Unfälle erarbeitet.
Im Auftrag der Stadt wird derzeit ein Konzept gegen Dooring-Unfälle erarbeitet.  © picture alliance/dpa
Dresden soll für Radfahrer sicherer werden.
Dresden soll für Radfahrer sicherer werden.  © Steffen Füssel

Zum Thema Dooring, also Unfällen mit Autotüren, werde derzeit ein Konzept erarbeitet, so Kühn.

Für Sicherheit sollen auch weitere Schutzstreifen sorgen - zum Beispiel am Terrassenufer zwischen Theaterplatz und Steinstraße.

Rathaus plant Winterdienst für Radwege

Schnee und Eis machen es Radfahrern derzeit schwer. Nächsten Winter soll es besser werden.
Schnee und Eis machen es Radfahrern derzeit schwer. Nächsten Winter soll es besser werden.  © Steffen Füssel

Die besten Radwege nutzen nichts, wenn sie im Winter nicht befahrbar sind. Das ist in weiten Teilen Dresdens allerdings der Fall, weil bislang nur der Elberadweg sowie die Straßen und Gehwege beräumt werden. Das Rathaus verspricht nun Besserung - allerdings erst in der nächsten Saison.

Dafür wurden laut Bauamtsleiterin Simone Prüfer (55) eine Viertelmillion Euro zusätzlich im Haushalt eingeplant. Mit dem Geld sollen künftig Radwege sowie Schutz- und Radfahrstreifen von Schnee und Eis befreit werden. "Das wird nicht nur mengenmäßig eine Verbesserung, sondern auch qualitativ", sagt Prüfer.

Die Schutz- und Radfahrstreifen sollen bis 7 Uhr beräumt sein. Gehört Schnee auf den Radwegen damit im nächsten Winter überall der Vergangenheit an? Leider nein.

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"250.000 Euro sind viel Geld, aber wir werden damit nicht alle Wünsche erfüllen können", sagt Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (41, Grüne).

Titelfoto: Montage: picture alliance/dpa, imago images/Sven Ellger

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