Schnelle Entfernung von Schmierereien: Bürgermeister will keine Graffiti-Polizei!

Dresden - Eigentlich müsste die Landeshauptstadt seit Sommer eine "Graffiti-Polizei" haben, die binnen 48 Stunden die schlimmsten Schmierereien in der City beseitigt. Doch die Stadt setzt den Ratsbeschluss schlicht nicht um. Stattdessen versteckt sich Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne) hinter Formalitäten.

Am Rosengarten finden sich zahlreiche Graffiti.
Am Rosengarten finden sich zahlreiche Graffiti.  © Norbert Neumann

So hätten in einem ersten Schritt Albert- und Waldschlößchenbrücke samt Umfeld von Schmierereien befreit werden müssen. Laut Rathaus würden Kosten von 133. 000 Euro entstehen, zudem müssten die Leistungen umfangreich ausgeschrieben werden, obendrein fehle das Geld. Ganz abgesehen davon, könne der Sandstein Schaden nehmen.

Um mit einer "Graffiti-Polizei" zu starten, sei eine "detaillierte Aufstellung aller städtischen Anlagen und Liegenschaften" notwendig. Für jedes Gebäude sei das neu mit dem zuständigen Amt abzustimmen. 

Und auch in diesem Fall fehle - das Geld. 

Ordnungsbürgermeister könnte Aufgabe übertragen bekommen

Aktuell ist Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne) mit dem Graffiti-Problem betraut. Das könnte sich jedoch ändern.
Aktuell ist Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne) mit dem Graffiti-Problem betraut. Das könnte sich jedoch ändern.  © Thomas Türpe

"Das ist ein Affront. Ich fordere den OB auf, den baldigen Weggang des Bürgermeisters zu nutzen und die Bekämpfung illegaler Schmierereien an Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel zu übertragen", so CDU-Rat Hans-Joachim Brauns (61, CDU).

Unterstützung kommt von den Freien Wählern. Stadtrat Frank Hannig (49): "Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Verwahrlosung städtischer Gebiete und dem Anstieg von Kriminalität." 

Und weiter: "Dazu wollen wir es in unserem Dresden gar nicht erst kommen lassen."

Titelfoto: Montage: Norbert Neumann, Thomas Türpe

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