Sitzplatz-Posse im Stadtrat: Dissidenten müssen im Stehen teilnehmen

Dresden - Bei der ersten Sitzung im Dresdner Stadtrat mit der neuen Dissidenten-Fraktion musste diese am Donnerstag zum Beginn erst einmal stehen. Denn den "neuen" Kollegen wollten nicht alle im Rat Platz machen.

Die vier "Dissidenten" mussten im Stadtrat erstmal Stehen, nahmen das Ganze aber mit Humor.
Die vier "Dissidenten" mussten im Stadtrat erstmal Stehen, nahmen das Ganze aber mit Humor.  © Steffen Füssel

Die Linke wehrte sich dagegen, einen Platz in der ersten Reihe abzugeben. Aber genau von denen steht jeder Fraktion je nach Größe mindestens einer zu. Nur auf die hinteren Plätze wollten sich die Dissidenten deshalb nicht setzen.

"Wir bestehen auf unserem Recht", sagte der Dissidenten-Vorsitzende Martin Schulte-Wissermann (50, Piraten) und sprach von einer "Posse".

Weil die Stadträte sich nicht einigen konnten, musste OB Dirk Hilbert (49, FDP) die Fraktionsvorsitzenden zu sich bitten.

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Nach einer Viertelstunde wurde dann von Mitarbeitern der Stadtverwaltung ganz links eine Reihe angebaut, die von der Fraktion "unter grummelndem Protest" eingenommen wurde, wie es Schulte-Wissermann nannte.

Zur neuen Sitzordnung stellte er fest: "Wir nehmen zur Kenntnis, dass die Linke nicht mehr gewillt ist, eine linke Partei zu sein." Das letzte Wort ist bei dem Thema aber noch nicht gesprochen.

"Uns ist dieses Kasperltheater nur peinlich...", twitterte unterdessen CDU-Chef Peter Krüger (60).

Titelfoto: Steffen Füssel

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