So will sich Dresden vor den Klimafolgen schützen

Dresden - Mit dem Klimawandel könnten Wetterextreme häufiger werden, vermuten Experten. Das zeigte sich zuletzt an den heftigen und tragischen Überschwemmungen im Westen Deutschlands. So reagiert Dresden auf die Klimafolgen.

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (55, Grüne) kann sich zwar über einige Maßnahmen freuen. Doch gerade bei CO2 hat Dresden noch viel vor sich.
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (55, Grüne) kann sich zwar über einige Maßnahmen freuen. Doch gerade bei CO2 hat Dresden noch viel vor sich.  © Holm Helis

Rückblick: 1979 fand in Genf als Reaktion auf den extrem gestiegenen Anteil von Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Atmosphäre die erste Weltklimakonferenz statt.

Das Treibhausgas-Plus sorgt für höhere Temperaturen. Auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris wurde die CO2-Verringerung – möglichst auf null – sowie eine maximale Erderwärmung von 1,5 Grad Celsius beschlossen.

Dresden hadert damit: Laut der letzten Erhebung 2016 gab es pro Kopf 9,9 Tonnen CO2 im Jahr - genauso viel wie 2005. Das Dresdner Ziel bis 2030 sind aber 5,8 Tonnen CO2 pro Einwohner.

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Aktuelle CO2-Werte sollen nach dem Sommer veröffentlicht werden, derzeit wird die Einsparung von CO2-intensiven Energieträgern (wie Kohle) vorangetrieben.

"Bei jeder größeren Baumaßnahme wird seit 2017 prinzipiell die Realisierbarkeit von Fotovoltaikanlagen geprüft", heißt es dazu aus dem Geschäftsbereich von Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (55, Grüne).

2020 wurden acht, dieses Jahr bislang 14 an kommunalen Gebäuden errichtet. Für 2022 sind 18 geplant.

Die Erneuerungen am Kraftwerk Reick sollen nicht nur klimafreundlicher, sondern auch vielseitiger werden.
Die Erneuerungen am Kraftwerk Reick sollen nicht nur klimafreundlicher, sondern auch vielseitiger werden.  © Oliver Killig
Auftakt-Bauarbeiten im März am alten Wasserwerk Saloppe. Bis zum Jahresende sollen hier neue Brunnen entstehen.
Auftakt-Bauarbeiten im März am alten Wasserwerk Saloppe. Bis zum Jahresende sollen hier neue Brunnen entstehen.  © Thomas Türpe
Durchdachter Freiraum: Die Weißeritz-Terrassen werden am Donnerstag offiziell eröffnet, sie sollen die Stadt im Sommer weniger zu einem Kessel machen.
Durchdachter Freiraum: Die Weißeritz-Terrassen werden am Donnerstag offiziell eröffnet, sie sollen die Stadt im Sommer weniger zu einem Kessel machen.  © Eric Münch

Auf den Temperaturanstieg wird reagiert

Platanen, wie hier am Zwinger, werden von der Stadt als Klimawandel-Reaktion wieder vermehrt gepflanzt. Denn die Bäume mit ihrem weit verzweigten Wurzelnetzwerk sind recht dürrerobust.
Platanen, wie hier am Zwinger, werden von der Stadt als Klimawandel-Reaktion wieder vermehrt gepflanzt. Denn die Bäume mit ihrem weit verzweigten Wurzelnetzwerk sind recht dürrerobust.  © Petra Hornig

Auf Sonnenenergie plus Batteriespeicher setzt auch die Drewag. "Derzeit befindet sich das KWK-Flex-Kraftwerk in Dresden-Reick im Bau, das mit etwas Anpassungsaufwand in Zukunft auch mit Wasserstoff betrieben werden kann", schildert Sprecherin Nora Weinhold (38). Der Bauabschluss soll in den nächsten 12 Monaten erfolgen.

Auch auf den Temperaturanstieg wird reagiert. "Bei Städten in Tal- oder Kessel-Lage, wie zum Beispiel Dresden, ist die Durchlüftung per se reduziert. Ein beispielhaftes Vorhaben ist der Neubau der Weißeritz-Terrassen", so die städtischen Klimaschützer.

Die freien Flächen am Ufer sollen Hitzeglocken - also dem Anstauen warmer Luft - vorbeugen. In den letzten zehn Jahren ist die Durchschnittstemperatur nach der DWD-Wetterstation Klotzsche etwa 1 Grad Celsius gestiegen (2011: 10 Grad, 2020: 10,9 Grad).

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Zudem will die Stadt mehr Versickerungsflächen für Regenwasser schaffen – für mehr potenzielles Trinkwasser und zur Überschwemmungs-Verhinderung.

"Derzeit entstehen 15 neue Brunnen unterhalb des alten Wasserwerks Saloppe. Damit kann das Trinkwassersystem um 750 Kubikmeter pro Stunde entlastet werden", ergänzt Drewag-Sprecherin Weinhold. Auch Speicher am Ostragehege sind geplant.

Titelfoto: Oliver Killig/Holm Helis

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