Verhandlungen laufen noch, doch Rathaus schmeißt "August Theater" raus

Dresden - Das Dresdner Rathaus ist immer für eine Überraschung gut. Diese unangenehme Erfahrung mussten Randi (65) und Grigorij Kästner-Kubsch (64) vom "August Theater" in Pieschen nun ein zweites Mal machen.

Grigorij Kästner-Kubsch (64) will mit seinem August Theater am angestammten Platz in Pieschen bleiben.
Grigorij Kästner-Kubsch (64) will mit seinem August Theater am angestammten Platz in Pieschen bleiben.  © Thomas Türpe

Nachdem die Puppenspieler kurz vor Ostern durch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter erfahren haben, dass sie sich eine neue Spielstätte suchen müssen (TAG24 berichtete), kam am Freitag die schriftliche Kündigung. 

Dabei laufen eigentlich noch Gespräche über die Zukunft der Spielstätte. "Der Umgang mit uns ist skandalös", ärgert sich Grigorij Kästner-Kubsch. 

Von den Vorschlägen für eine gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten im Pieschener Rathaus wollte die Stadtverwaltung nichts wissen. 

Diese hatte wiederum Angebote für alternative Spielstätten zugesichert, die bis jetzt aber noch immer nicht vorliegen. 

Und nun kam die schriftliche Kündigung, wenige Tage bevor sich am heutigen Mittwoch der Petitions- und der Bauausschuss mit dem Thema befassen. 

Gespräch mit OB Hilbert steht noch aus

Und am 6. Juli soll es noch ein Gespräch mit OB Dirk Hilbert (48, FDP) und Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (42, Linke) geben. "Ich frage mich, was das Gespräch noch soll", sagt Kästner-Kubsch.

SPD und Grüne sind ebenfalls verwundert über das Vorgehen. "Ein vertrauensvoller Umgang schaut anders aus", sagt Stefan Engel (27, SPD). Kati Bischoffberger (51, Grüne) ergänzt: "Die Idee, den imposanten historischen Ratskeller als Bürgersaal und Theatersaal zu nutzen, sollte dringend geprüft werden." 

Das Rathaus begründet die Kündigung auf TAG24-Nachfrage mit der sechsmonatigen Kündigungsfrist. Ohne diese könne das zuständige Amt nicht mit der Vorbereitung der Baumaßnahmen beginnen, sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne). 

"Es war also keine Alternative, mit der Kündigung abzuwarten." 

Titelfoto: Thomas Türpe

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