Verkehrte Welt: OB Hilbert fordert weniger Passagiere in Bussen & Bahnen

Dresden - Vor Corona wären das gute Neuigkeiten gewesen: Seit Anfang 2021 fahren wieder mehr Dresdner Bus und Bahn.

Trotz Lockdowns fahren die Dresdner wieder mehr Bus und Bahn. Die Auslastung liegt aktuell bei 50 Prozent im Vergleich mit den Zahlen vor Corona.
Trotz Lockdowns fahren die Dresdner wieder mehr Bus und Bahn. Die Auslastung liegt aktuell bei 50 Prozent im Vergleich mit den Zahlen vor Corona.  © Steffen Füssel

Doch aktuell ist "Abstand" wichtiger als volle Bahnen. OB Dirk Hilbert (49, FDP) sorgte sich entsprechend über die aktuellen Auslastungszahlen, bat die DVB-Bosse zum Rapport. Die reagierten umgehend. Aber wer kommt für den Verlust auf?

300.000 Fahrgäste, die Hälfte der regulären Zahlen, fahren aktuell wieder an einem Wochentag Bus oder Bahn. Das sind 30.000 Passagiere mehr als in den Wochen zuvor. Die Auslastung erhöhte sich entsprechend.

Waren Anfang 2021 knapp 14 Prozent aller Straßenbahnen zwischen einem Viertel und der Hälfte ausgelastet, liegt dieser Anteil jetzt bei knapp 27 Prozent. Die Zahl der "Leerfahrten" (0 bis 25 Prozent Auslastung) sank von knapp 86 auf etwa 73 Prozent.

OB Dirk Hilbert (49, FDP): "Ich habe die DVB gebeten, mir eine Ursachenanalyse zu erstellen. Um das Infektionsgeschehen zu minimieren, werden wir gegebenenfalls bei den Taktzeiten nachsteuern."

Damit in den Bahnen wieder mehr Platz ist, wollen die DVB häufiger fahren.
Damit in den Bahnen wieder mehr Platz ist, wollen die DVB häufiger fahren.  © Steffen Füssel
OB Dirk Hilbert (49, FDP) suchte das Gespräch mit den Verkehrsbetrieben.
OB Dirk Hilbert (49, FDP) suchte das Gespräch mit den Verkehrsbetrieben.  © Holm Helis

Dresden muss anfallende Mehrkosten derzeit noch selbst bezahlen - doch das könnte sich ändern

Hereinspaziert? Oder lieber doch nicht: die DVB-Vorstände Andreas Hemmersbach (52, l.) und Lars Seiffert (51).
Hereinspaziert? Oder lieber doch nicht: die DVB-Vorstände Andreas Hemmersbach (52, l.) und Lars Seiffert (51).  © Holm Helis

Die Verkehrsbetriebe setzen diesen Wunsch bereits ab Montag um.

Wochentags kehren die DVB tagsüber wieder zum 10-Minuten-Takt auf allen Straßenbahnlinien und den wichtigsten Buslinien zurück. Auch der Schülerverkehr rollt in Abstimmung mit den betroffenen Schulen.

Abends und nachts fahren Bahnen und Busse aufgrund geringer Nachfrage noch nicht das übliche Angebot. Auch die "Studentenshuttles" werden bisher nicht benötigt. Gleiches gilt für den typischen Einkaufsverkehr am Sonnabend.

Aktuell muss die sächsische Landeshauptstadt für die anfallenden Mehrkosten selber aufkommen. DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (52) hofft jedoch "auf eine finanzielle Kompensation der notwendigen Aufwendungen" durch Bund und Land.

Titelfoto: Steffen Füssel/Holm Helis

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