Warum will in Klotzsche und Prohlis keiner Wahlhelfer sein?

Dresden - Die Stadtverwaltung braucht für die Durchführung der Bundestagswahl am 26. September 4500 Wahlhelfer. Doch rund 500 Wahlhelfer fehlen derzeit noch für die beiden Dresdner Wahlkreise 159 und 160.

Wacht über die Wahlen: Dr. Markus Blocher (52), Chef des Bürgeramtes.
Wacht über die Wahlen: Dr. Markus Blocher (52), Chef des Bürgeramtes.  © Eric Münch

Wer sich ehrenamtlich engagieren will, ist herzlich willkommen. Eine Vergütung gibt's auch.

"Eigentlich benötigen wir weniger Wahlhelfer für die ordnungsgemäße Durchführung der diesjährigen Bundestagswahl. Weil es Absagen aber immer gibt und geben wird, ist hier eine Reserve von einem Prozent mit eingeplant", erläutert Markus Blocher (52).

Er ist seit 2019 Chef des Bürgeramtes (Theaterstraße 6), dieses ist für die Wahl-Durchführung in Dresden zuständig.

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Blocher befürchtete, dass sich wegen Corona kaum Menschen melden: "Ein Grund ist, dass die Menschen Angst vor Ansteckungen haben könnten - aber das hat sich überhaupt nicht gezeigt. Wir sind mit derzeit 4000 Wahlhelfern sehr gut aufgestellt - dabei ist ja erst Juni."

Trotz der guten Resonanz hapert es noch in einigen Stadtteilen. Laut Wahlleiter Blocher werden derzeit vor allem für Klotzsche (Wahlkreis 160, Dresden II/Bautzen II) und Prohlis (159, Dresden I) Ehrenamtliche gesucht. Die Neustadt (Wahlkreis 160) hingegen sei schon gut besetzt.

Die beiden Dresdner Wahlkreise sind in 365 Urnenwahlbezirke untergliedert, genauso viele wie zur letzten Bundestagswahl 2017. Diese werden je mit bis zu neun Wahlhelfern besetzt, deren tatsächliche Anzahl hängt von der Wahlbezirk-Größe ab. Dazu wird es 193 Briefwahlbezirke mit bis zu acht Wahlhelfern geben - 54 mehr als vor vier Jahren (139).

Dresdner Bevölkerungswachstum sorgt für mehr benötigte Wahlhelfer

Wahlhelfer müssen am Wahltag die Stimmzettel sortieren und auswerten.
Wahlhelfer müssen am Wahltag die Stimmzettel sortieren und auswerten.  © Michael Schick/imago stock&people
So sieht Vorbereitung aus: Eine Dresdner Wahlhelferin beim Karton-Sortieren im Rathaus.
So sieht Vorbereitung aus: Eine Dresdner Wahlhelferin beim Karton-Sortieren im Rathaus.  © Arno Burgi/dpa-Zentralbild
Wahltag-Einsatz: Während Bürger ihre Kreuze im Verborgenen machen (kl. Foto), wachen Freiwillige über die ordnungsgemäße Wahl-Durchführung.
Wahltag-Einsatz: Während Bürger ihre Kreuze im Verborgenen machen (kl. Foto), wachen Freiwillige über die ordnungsgemäße Wahl-Durchführung.  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild, Michael Schick/imago stock&people
Andrang vor einem Wahllokal in der Dresdner Neustadt bei der Europawahl 2019. Auch der Wahlhelfer-Zuspruch ist in diesem Viertel sehr gut.
Andrang vor einem Wahllokal in der Dresdner Neustadt bei der Europawahl 2019. Auch der Wahlhelfer-Zuspruch ist in diesem Viertel sehr gut.  © Thomas Türpe

Der vermutete Briefwähler-Ansturm sorgte neben dem Dresdner Bevölkerungswachstum (2015: 542.289 Stadtbewohner, 2020: 561.282) für mehr benötigte Wahlhelfer. So wurden 2017 nur 3207 Ehrenamtliche zur Durchführung der Bundestagswahl gebraucht, mehr als die Hälfte davon (1768) waren Frauen.

Die Wahlhelfer erhalten auch eine Tages-Vergütung. Sie beginnt für Briefwahl-Auszähler bei 35 Euro und endet bei 65 Euro für Wahllokal-Vorsteher. "Als Wahlvorstand muss man aber schon mal als Wahlhelfer dabei gewesen sein", rät Wahlleiter Markus Blocher. Ende Juli versendet die Stadt die Berufungsschreiben, bis dahin sollten sich Freiwillige mit ihren persönlichen Daten melden: wahlhelfer@dresden.de

Titelfoto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild

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