Warum zieht Dresden geplante Bauarbeiten nicht einfach vor?

Dresden - Trotz Corona rollen die Bagger in Dresden weiter. Durch die ausgedehnten Ausgangsbeschränkungen sind die Straßen mitunter menschenleer, die Öffentlichen verkehren nur im 15-Minuten-Takt. Wäre der wenige Verkehr nicht ein guter Grund, Sanierungen und Bauarbeiten vorzuziehen?

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne). 
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne).  © Holm Helis

Gleich vorab: Nein. "Unsere Bauabteilungen arbeiten im Notbetrieb und meist im Homeoffice", sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne). 

"Unter diesen Arbeitsbedingungen haben wir nicht die Kraft, auch noch Projekte vorzuziehen. Das ist unrealistisch in dieser außerordentlichen Situation."

Einige wenige Projekte mussten vor Corona bereits kapitulieren, so wie die Baustelle des neuen städtischen Verwaltungszentrums am Ferdinandplatz und die DVB-Baustelle am Straßenbahnendpunkt Leutewitz - in beiden Fällen wurde der Kampfmittelräumdienst eingestellt. 

Die Gefahr, eine Bombe zu finden und das Gebiet weiträumig evakuieren zu müssen, wäre zu groß.

Abgesehen davon könne man aber alle anderen städtischen Baustellen trotz Corona am Laufen halten. 

Kaum Verzögerungen an Carolabrücke befürchtet

Am Bönischplatz sind Bauarbeiten dringend nötig.
Am Bönischplatz sind Bauarbeiten dringend nötig.  © Norbert Neumann

Am morgigen Montag beginnen beispielsweise umfassende Umgestaltungsarbeiten am Bönischplatz. 

Dennoch: "Die Baufirmen zeigen uns Probleme mit der Zahl der Mitarbeiter an, die sie auf den Baustellen einsetzen können, oder mit Materiallieferungen", so Schmidt-Lamontain. 

An der Großbaustelle Carolabrücke rechnet man durch fehlende Arbeiter aus Polen und Tschechien nur mit leichten Verzögerungen, so Falk Al-Omary, Sprecher, der zuständigen Baufirma Hentschke.

Beim Energieversorger Drewag sehe man in der Corona-Krise auch Chancen: "Wir haben dem Straßen- und Tiefbauamt eine Reihe von Baustellen benannt, bei denen jetzt durch die geringe Verkehrsbelastung mit wenig Einschränkungen vor allem Straßenquerungen kostengünstig in offener Bauweise realisiert werden könnten", sagt Sprecherin Gerlind Ostman. 

Am Ferdinandplatz stehen die Bagger still.
Am Ferdinandplatz stehen die Bagger still.  © Norbert Neumann
Es fehlen ein paar Arbeiter, auf der Carolabrücke wird dennoch weitergebaut.
Es fehlen ein paar Arbeiter, auf der Carolabrücke wird dennoch weitergebaut.  © Norbert Neumann
Am Straßenbahnendpunkt Leutewitz müssen die DVB vorerst pausieren.
Am Straßenbahnendpunkt Leutewitz müssen die DVB vorerst pausieren.  © Norbert Neumann

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Titelfoto: Norbert Neumann, Holm Helis

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