Weil Dresdens Kliniken kranken: Millionen-Plan mit weniger Patientenbetten

Dresden - Das Städtische Klinikum (mit den Hauptstandorten Friedrichstadt und Neustadt) hängt am Tropf.

Klinikchef Marcus Polle will weit mehr als 400 Millionen Euro investieren.
Klinikchef Marcus Polle will weit mehr als 400 Millionen Euro investieren.  © Holm Helis

2019 wurden 11,8 Millionen Euro Verlust gemacht. Für dieses Jahr werden mindestens 7,5 Millionen Euro obendrauf kommen. Jetzt sind große Veränderungen geplant.

Konkret wurden drei Szenarien für die Entwicklung bis 2035 aufgezeigt. Investiert werden sollen satte 424 Millionen Euro. 

Das Klinikum um den Kaufmännischen Direktor Marcus Polle bevorzugt dabei eine Campuslösung mit 130 Betten weniger (von 1540 auf 1410) als bisher.

Demnach soll der Standort Friedrichstadt als "zentraler Campus" aufgewertet und von 900 auf 1100 Betten aufgestockt werden. 300 Millionen Euro würden investiert. 

Der Standort Trachau soll hingegen gestutzt werden. 15 Millionen Euro werden investiert, hauptsächlich ist ein ambulantes OP-Zentrum mit einigen wenigen Notfall-Betten angedacht. 

Will die "medizinische Versorgung über das Jahr 2035 dauerhaft auf hohem Niveau sicherstellen": Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (44, Linke).
Will die "medizinische Versorgung über das Jahr 2035 dauerhaft auf hohem Niveau sicherstellen": Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (44, Linke).  © Holm Helis

Kritik von den Linken

Im Vorfeld der Expertenanhörung im Rathaus gab es eine Demo gegen "Experimente" bei der strategischen Ausrichtung des Klinikums.
Im Vorfeld der Expertenanhörung im Rathaus gab es eine Demo gegen "Experimente" bei der strategischen Ausrichtung des Klinikums.  © Holm Helis

Entstehen würde ein "Gesundheitsquartier mit dem Fokus auf ambulante Versorgung und Senioren".

In Bühlau würden knapp 100 Millionen Euro verbaut, die Psychiatrie vor Ort damit weiter gestärkt. 

Laut Klinik-Chef Polle müssten auch ohne neues Konzept 300 Millionen Euro verbaut werden, beim aktuellen Plan könnten jedoch Fördermittel eingeworben werden. Die Mitarbeiter-Zahl bliebe konstant.

Kritik kam von den Linken, die keine Reduzierung der Bettenzahl wollen. 

"Kürzungen pflegen keine Menschen. Die Bevölkerung steht hinter dem städtischen Klinikum. Die Stadt darf dieses Vertrauen nicht verspielen", so der Experte der Linken, Krankenpfleger Jonas Leuwer, in der Anhörung am Mittwoch. 

Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Titelfoto: Holm Helis

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