Zoff bei den Rathaus-Grünen! Zerreißt es jetzt die Fraktion?

Dresden - Hauen und Stechen bei den Grünen im Stadtrat. Zwei Räte fühlen sich von ihrer Fraktion in die Ecke gedrängt. Ein Austritt ist denkbar. Das hätte Konsequenzen auf das gesamte Machtgefüge.

Johannes Lichdi (56, Grüne).
Johannes Lichdi (56, Grüne).  © Petra Hornig

Rückblick: Nachdem der Kandidat der Grünen nur mit knapper Mehrheit zum Baubürgermeister gewählt wurde, machten sowohl Johannes Lichdi (56) als auch Michael Schmelich (66) ihrem Ärger darüber (im Internet) Luft. Lichdi stellte beispielsweise die Bündnistreue der Linken infrage.

Die Folge: Bei der Fraktionssitzung der Grünen am Donnerstag soll über strengere Regelungen für Räte bei Äußerungen in den sozialen Netzwerken beraten werden. Von einem "Twitter-Maulkorb" war die Rede. 

Doch damit nicht genug: Beide Räte gelten als extrem machtbewusst, wurden in den vergangenen Monaten aber immer wieder, teils öffentlich, aus ihrer Sicht vorgeführt.

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"Die Qualität der Anfeindungen hat zugenommen, ich werde mir das in Ruhe anschauen. Ich muss prüfen, ob ich bei den Haushaltsverhandlungen noch den Rückhalt der Fraktion habe", sagt Finanzexperte Schmelich.

Johannes Lichdi: "Im Rückblick auf die letzten Monate kann man den Eindruck gewinnen, dass es manche in der Fraktion darauf anlegen, Michael Schmelich und mich aus der Fraktion zu drängen." Fraktions-Chefin Christiane Filius-Jehne (64) gelassen: "Die größten Gemeinsamkeiten gibt es mit unserer Fraktion."

Michael Schmelich (66, Grüne).
Michael Schmelich (66, Grüne).  © Thomas Türpe

Sollten beide austreten, könnten sie mit Max Aschenbach (35, Die PARTEI) und Martin Schulte-Wissermann (49, Piraten) eine Fraktion gründen, die Mehrheitssuche im Rat wäre noch schwerer. 

Stadtrat Aschenbach: "Ich will weiter die Aussätzigen und Irren im Rat zusammenzubringen. Da hätten wir zwei wunderbare Exemplare."

Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig, Thomas Türpe

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