Politikerin fordert mehr Beamte mit Migrationshintergrund

Dresden - Hat Sachsen zu wenige Polizisten mit Migrationshintergrund? Gerade elf Beamte mit ausländischen Wurzeln stehen im Freistaat im Polizeidienst. Bei sachsenweit 15.000 Beamten sind das 0,06 Prozent.

"Verdächtig gute Jobs"-Bewerber mit Migrationsgrund willkommen: Sächsische Polizeianwärter bei der Vereidigung.
"Verdächtig gute Jobs"-Bewerber mit Migrationsgrund willkommen: Sächsische Polizeianwärter bei der Vereidigung.  © dpa/Monika Skolimowska

Für Linken-Abgeordnete Juliane Nagel (41) viel zu wenige. Sie fordert "mehr Polizisten mit Migrationshintergrund!" Bei einem Ausländeranteil von fünf Prozent in Sachsen sind Polizeibeamte mit ausländischen Wurzeln tatsächlich klar unterrepräsentiert.

Politikerin Nagel (41) sieht dabei auch die Behörde selbst in der Pflicht: "Bei der interkulturellen Öffnung hinkt die sächsische Polizei hinterher", so die Abgeordnete, die eine "zielgruppenorientierte Werbung" des Freistaat vermisst. Schon angesichts des Nachwuchsmangels müssten die Bemühungen verstärkt werden, so Nagel.

Diese Kritik will das Innenministerium so nicht stehen lassen: Die Polizei mühe sich im Rahmen der Kampagne "Verdächtig gute Jobs" sehr wohl um Personen mit Migrationshintergrund.

Die AfD hält erwartungsgemäß wenig von Nagels Vorstoß. AfD-Innenexperte Sebastian Wippel (37, selbst Polizist) lehnt einen vermeintlichen "Migranten-Bonus" ab und behauptet, Menschen ohne Migrationshintergrund würden dadurch "diskriminiert".

Lernen könnte Sachsen in Sachen Integration von Baden-Württemberg und von Berlin: Im Südwesten beträgt der Migrationsanteil bei der Polizei mehr als 27 Prozent. In Berlin sind es rund 33 Prozent. Tendenz steigend.

Titelfoto: dpa/Monika Skolimowska

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