Prag vermisst die Sachsen: Neuer Corona-Rekord in Tschechien

Dresden/Prag - Unser Nachbarland Tschechien entwickelt sich immer mehr zum gefährlichen Corona-Hotspot. Dienstag wurden dort 1 677 neue Fälle gemeldet - neuer Rekord. In ganz Deutschland waren es am selben Tag "nur" 1407 Fälle - bei achtfacher Bevölkerung. 

Die Touristen meiden Prag wieder, seit es zum Risikogebiet erklärt wurde.
Die Touristen meiden Prag wieder, seit es zum Risikogebiet erklärt wurde.  © Egberth Kamprath

Am Mittwochabend hat Deutschland das Risikogebiet Prag auf die Mittelböhmische Region (Středočeský) erweitert.

Prags Altstädter Ring war gestern fast menschenleer, vor der astronomischen Uhr fehlen die staunenden Massen zur vollen Stunde. Die Cafés sind verwaist. 

Deutsche Touristen sind keine zu sehen. Sie müssten bei ihrer Rückkehr einen Test machen. Zudem kommen auf 100.000 Einwohner derzeit 141 Infizierte in der Moldaumetropole. 

Die Stadt trifft das empfindlich: "Die Touristen aus Deutschland bilden die größte Zahl, 2019 waren es eine Million", so Klara Mala, Sprecherin von Prague City Tourism. 

Das entspricht einem Zehntel. Im Lockdown war der Tourismus um über 90 Prozent eingebrochen. Gerade ging es wieder ein bisschen aufwärts. 


Tagesgäste aus Sachsen und Bayern fehlen dem Tourismus in Prag sehr

Premier Andrej Babis (66) will am Ende Bilanz ziehen.
Premier Andrej Babis (66) will am Ende Bilanz ziehen.  © DPA / Ondrej Deml

"Die Tagesgäste aus Sachsen und Bayern fehlen uns jetzt sehr", so Marketa Rohrwasser, die ein Reisebüro in der tschechischen Hauptstadt führt.

An den Grenzen spürt die Bundespolizei bislang noch ein "konstantes Fahrzeugaufkommen", wie Bundespolizeisprecher Martin Ebermann (35) bestätigt. Sollte Tschechien insgesamt zum Risikogebiet erklärt werden, " könnte der Verkehr sukzessive abnehmen". 

Premier Andrej Babis (66) fordert indes die Medien auf, die Bevölkerung nicht in Schrecken zu versetzen, und sagt: "Bilanzieren werden wir am Ende."

Titelfoto: Montage: Egberth Kamprath / DPA / Ondrej Deml

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