Punkrock mit Roboter-Lady: Neue Ausstellung in den Technischen Sammlungen

Dresden - Ob Maschinen von uns Menschen träumen? Eines Tages vielleicht. Bisher ist das nur in der Science Fiction Realität. Umgekehrt fasziniert uns Menschen seit Jahrhunderten der mechanische Nachbau alles Natürlichen. Wie Apparaturen zwar keine Seele, aber ein märchenhaft-magisches Eigenleben bekommen, zeigt aktuell die Sonderausstellung "Magic Machines" in den Technischen Sammlungen.

Sie rockt: Die Roboter-Rock'n'Roll-Lady Hellga Tarr von Künstler Markus Kolb hat's drauf.
Sie rockt: Die Roboter-Rock'n'Roll-Lady Hellga Tarr von Künstler Markus Kolb hat's drauf.  © Eric Münch

Wird die größte Künstlerin des beginnenden Jahrhunderts eine Maschine sein?

Die Frage bleibt offen, aber unzweifelhafter Star der Ausstellung ist Hellga Tarr, ein Roboter mit E-Gitarre, seit über 13 Jahren vom Künstler Markus Kolb entwickelt.

Die mechanische Punk-Rock-Lady schlägt ohrenbetäubend in die Saiten und lässt den klassischen Marshall-Verstärker dröhnen.

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TAG24-Fotograf Eric Münch, selbst Rock-Gitarrist, staunt: "Die hat ja wirklich jeden Move drauf!"

Die Ausstellung versteht sich als Ode an den Erfindungsreichtum, es geht um Ethik, Werte und Vielfalt der Mensch-Maschinen-Interaktionen - mit Spaß!

"Wir erzählen Märchen mit Technologie" so der Kurator

Mensch-Maschinen-Liebe in einem mechanischen Arm von Marco Donnarumma.
Mensch-Maschinen-Liebe in einem mechanischen Arm von Marco Donnarumma.  © Eric Münch

Der animierte Kopf "Vrank" empfängt den Besucher.

Die Kreation von Jana Voigtmann und Alexander Voigt aus Leipzig​, die an den frühen "Schachtürken" erinnert, ist der einzige Moment, an dem das "Uncanny Valley"-Syndron auftaucht, das Unbehagen gegenüber echten künstlichen Figuren.

Für Ausstellungs-Kurator Andreas Ulrich eine Erweiterung des menschlichen Körpers, die ins Magische führe: "Wir erzählen Märchen mit Technologien, die eigentlich nicht magisch sind."

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Und doch, sagt er, seien Ideen etwa aus der "Raumschiff Enterprise"-Serie der 60er-Jahre recht bald Realität geworden.

Warum überhaupt Magie in einem Technologie-Museum?

Auch Exponate aus aller Welt werden ausgestellt

Die interaktive, begehbare Konstruktion der Künstlergruppe "Raumzeitpiraten" wird nie fertig.
Die interaktive, begehbare Konstruktion der Künstlergruppe "Raumzeitpiraten" wird nie fertig.  © Eric Münch

Direktor Roland Schwarz: "Als Wissenschaftsmuseum haben wir eigentlich die Aufgabe, aufzuklären. Das aber kann ganz ohne Magie nicht funktionieren."

Das zeigen 14 Positionen, die aus Einsendungen zum weltweit ausgeschriebenen Wettbewerb "Magic Machine Award" gewählt wurden. So erlebt man europäischen Elektroschrott, der in Ghana aufgerüstet zurückgesandt wurde, ebenso wie das selbstspielende Klavier "The happy Jazz Band" aus eigenem Bestand.

Alle Objekte zeigen: In der Mechanik könnten magische Seelen nisten. Zu sehen bis 11. September.

Titelfoto: Montage: Eric Münch

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