Reise-Unternehmer testet Risiko-Gebiet Mallorca: "An Sachsens Seen ist aktuell mehr los"

Palma/Dresden - Die Warnung des Auswärtigen Amtes vor Reisen nach Mallorca trifft viele Urlauber hart, belastet die Reise-Branche. Ein Verbot besteht jedoch nicht. Reise-Profi Lutz-Peter Schöne (54) ließ sich nicht abhalten: Der Dresdner flog auf die Insel und testete den Urlaub im Risiko-Gebiet.

Kein Schlangestehen am Büfett: Das Frühstück wurde an den Tisch serviert.
Kein Schlangestehen am Büfett: Das Frühstück wurde an den Tisch serviert.  © privat

Die Reisewarnung kam einen Tag vorm Abflug. Da sein Anbieter (LMX-Touristik) die Pauschalreise (vier Nächte) in den Norden der Insel nach Sóller nicht absagte, konnte Schöne mit seiner Partnerin fliegen. 

"Am Flughafen Leipzig waren nur wenige Leute. Alle hielten Abstand. Im Flieger waren wegen vieler Stornierungen nur rund 40 von 148 Plätzen belegt", berichtet Schöne. Mundschutz musste im Airport und Flieger getragen werden. Sein Tipp: "Stoffmasken werden schnell feucht. Ich hatte mehrere mit, aber am bequemsten war der dünne Einmal-Mundschutz."

Schöne hatte schon vorab einen Mietwagen am Airport in Palma gebucht, fuhr ins Finca-Hotel. Das war ursprünglich ausgebucht, doch nun waren nur fünf von 25 Zimmern belegt. 

"Was für die Hoteliers katastrophal ist, war für uns entspannt", sagt Schöne. "Genügend Platz, leerer Pool, nirgendwo ein Anstehen, Frühstück wurde an unseren Tisch serviert."

Schöne fand Urlaub "sehr erholsam"

Auch am für gewöhnlich gut besuchten Stadtstrand im nördlich gelegenen Port de Sóller waren in dieser Woche nicht viele Badegäste.
Auch am für gewöhnlich gut besuchten Stadtstrand im nördlich gelegenen Port de Sóller waren in dieser Woche nicht viele Badegäste.  © privat

Auch Besuche auf dem Markt (mit Mundschutz), Restaurants (nicht alle sind geöffnet) und Bade-Buchten (Cala Tuent, Sa Calobra) empfand Schöne als "sehr erholsam", da kaum Touris unterwegs waren. Etwas mehr los war am Stadtstrand (Port de Sóller), doch keine Spur von den üblichen Massen oder grölenden Engländern.

Der Flieger zurück in die Heimat war fast voll besetzt, Service gab es nicht an Bord. Für den vorgeschriebenen Corona-Test am Leipziger Flughafen stand Schöne eine gute halbe Stunde an (Befund negativ).

"Für uns war es ein Traumurlaub. Wir haben nichts vermisst", so Schönes Fazit. Er leitet selbst sein gleichnamiges Reisebüro (sieben Filialen in Dresden und Freital), hat seit Corona-Ausbruch 85 Prozent weniger Umsatz. "Es ist schon sehr, sehr schlimm." 

Entspannter Urlaub auf der Risiko-Insel: Reise-Unternehmer Lutz-Peter Schöne (54) mit Mundschutz beim Marktbesuch in Sóller.
Entspannter Urlaub auf der Risiko-Insel: Reise-Unternehmer Lutz-Peter Schöne (54) mit Mundschutz beim Marktbesuch in Sóller.  © privat
Im Flieger kein Gedränge: die halb leere Maschine auf dem Hinflug.
Im Flieger kein Gedränge: die halb leere Maschine auf dem Hinflug.  © privat

Sein Appell an verängstigte Urlauber: "Wer sich vernünftig verhält, für den sehe ich nicht mehr Gefahren als zu Hause. An unseren Seen ist aktuell jedenfalls mehr los als in Malle."

Titelfoto: privat

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