Richter verurteilt diese Frau fürs "Babysitten"

Dresden - Babysitten ist grundsätzlich nett. Aber statt eines Dankeschöns kassierte Christine N. (36) dafür eine Anklage! Denn während sie den Junior betreute, jagte der Senior den Automaten am Bahnhof Naunhof in die Luft. Nun saß Christine vorm Amtsrichter in Dresden wegen Beihilfe zur Sprengstoffexplosion.

Völlig demoliert wurde der Ticket-Automat in Naunhof bei der Sprengung im September 2018.
Völlig demoliert wurde der Ticket-Automat in Naunhof bei der Sprengung im September 2018.  © Medienportal-Grimma

Christines Kumpel Riccardo S. (40) sprengte sachsenweit Ticket-Automaten in die Luft, um an Kohle für Drogen zu kommen. 

Im September 2018 zog er mit seinem Freund Rico D. (31) wieder los. Allerdings: Sein Sohnemann (10) sollte freilich zu Hause bleiben, aber der "Babysitter" sprang kurzfristig ab.

"Also bat er mich, ob ich helfen kann", so die geständige Angeklagte. "Ich hab gesagt, er soll das lassen, half aber. Wenn ich nicht aufs Kind aufgepasst hätte, wäre es alleine geblieben ..."

Riccardo S. (40, l.) und Rico D. (31) mussten sich für diverse Detonationen in Automaten verantworten.
Riccardo S. (40, l.) und Rico D. (31) mussten sich für diverse Detonationen in Automaten verantworten.  © Harry Härtel

"Wenn ich nicht aufs Kind aufgepasst hätte, wäre es alleine geblieben ..."

Christine N. (36) war eigentlich nur Babysitterin - und wurde dafür bestraft.
Christine N. (36) war eigentlich nur Babysitterin - und wurde dafür bestraft.  © Thomas Türpe

Zum Tatort fuhren Riccardo und Rico mit der abgemeldeten A-Klasse von Christine. "Das Auto nutzte er schon eine ganze Weile", so die Angeklagte. Und so zerfetzte nachts ein Böller der Marke Supercobra12 den Automaten von Naunhof. Schaden: 28 000 Euro. Die erbeuteten 5600 Euro aus der Kasse teilten sich die Männer. Christine sah davon keinen Cent.

Doch Riccardo und Rico wurden ermittelt, kassierten im Sommer 2019 jeder mehr als drei Jahre Haft. Und sie verpetzten Christine, die daraufhin einige Wochen in U-Haft saß! 

Beim Amtsrichter bekam sie jetzt neun Monate Gefängnis. Die Strafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. 

Titelfoto: Thomas Türpe

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0