Überall Müll! Sachsens Städte haben dreckiges Problem

Dresden/Leipzig - Sind Parks nun die neuen Clubs? Der nicht nur dem Sommer geschuldete, sondern vor allem Pandemie-bedingte Trend sorgt für Frust bei den Stadtverwaltungen. Nämlich über die unschönen Hinterlassenschaften des Party-Volks.

Zeichen der Pandemie-Zeit: Nicht nur am Elbufer sammeln sich unachtsam "entsorgte" To-go-Verpackungen.
Zeichen der Pandemie-Zeit: Nicht nur am Elbufer sammeln sich unachtsam "entsorgte" To-go-Verpackungen.  © Steffen Füssel

"Gerade während des Zeitraums der Ausgangsbeschränkungen haben viele Teile der Bevölkerung städtisches Grün für sich entdeckt. Häufig fällt aber im Sommerhalbjahr generell mehr Abfall an, da viele Menschen das schöne Wetter nutzen, um in den Grünanlagen zu grillen, picknicken oder diese als Bewegungsflächen nutzen", schildert der Dresdner Stadtsprecher Karl Schuricht.

Gärtnermeister Jens Zappe (58) und sein Team vom "Regiebetrieb Zentrale Technische Dienstleistungen" reinigen regelmäßig den Rosengarten.

Dieser ist wegen seiner Lage am Elbufer bei Feiernden sehr beliebt. "Hier ist es nicht nur zurückgelassener Müll, sondern auch Vandalismus und Schmierereien, um die wir uns dann kümmern müssen", schildert Zappe.

"Auch im Großen Garten hat sich die Besucherzahl und auch das Abfallaufkommen erhöht", merkt Claudia Rimek-Isaack vom Betreiber "Schlösserland Sachsen" an.

Doch es sind nicht nur Feier- und Grillreste sowie Verpackungen von To-go-Lebensmitteln, die liegenbleiben. "In den vergangenen beiden Jahren wurden jeweils mehr als 400 Tonnen Restabfall, Sperrmüll und Grünabfall von öffentlichen Flächen entfernt", so Stadtsprecher Schuricht.

Trauriger Trend: Müssten 2018 noch insgesamt 414 Tonnen extra entsorgt werden, fielen letztes Jahr bereits 418 Tonnen in der Landeshauptstadt an.

Macht den Müll der Feiernden weg: Gärtnerin Nadine (24) bei Reinigungsarbeiten im Rosengarten. Hier ist es nicht nur Müll, welcher der Stadt Sorgen bereitet.
Macht den Müll der Feiernden weg: Gärtnerin Nadine (24) bei Reinigungsarbeiten im Rosengarten. Hier ist es nicht nur Müll, welcher der Stadt Sorgen bereitet.  © Steffen Füssel

Stadt Leipzig hat ebenfalls Sorgen mit dem "Corona-Müll"

Auch Leipzig, die mittlerweile bevölkerungsreichste sächsische Großstadt (rund 600.000 Einwohner), hat mit dem Outdoor-Müll zu kämpfen.

"Während der Corona-bedingten Schließung von Restaurants und Imbissbetrieben und damit einhergehenden 'Außer Haus'-Verkauf war gleichermaßen eine teilweise erhebliche Zunahme von To-go-Verpackungen in den öffentlichen Papierkörben zu verzeichnen." Beispielsweise am Völkerschlachtdenkmal und im Clara-Zetkin-Park", erläutert Rathaussprecherin Franziska Schneider.

Titelfoto: Steffen Füssel

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