Sachsens Starkregen-Bilanz! Minister Günther: Keine Verletzten, doch Schäden in Millionenhöhe

Dresden - Sachsens Regierung rechnet nach dem Starkregen und den Überflutungen vom Wochenende mit Schäden in Millionenhöhe. Die Landestalsperrenverwaltung sieht weiter Gefahren.

Einsatzkräfte des THW beseitigen am Krippenbach Geröll und begutachten die Schäden.
Einsatzkräfte des THW beseitigen am Krippenbach Geröll und begutachten die Schäden.  © Robert Michael/dpa

In der Sächsischen Schweiz und in Ostsachsen hatte der extreme Regen am Samstag für Überschwemmungen und Erdrutsche gesorgt.

Nach Angaben von Umweltminister Wolfram Günther (48, Grüne) wurden Straßen, Eisenbahngleise, Brücken und Gebäude in Mitleidenschaft gezogen. Menschen seien aber nicht verletzt worden.

Günther rechnet mit Millionenschäden, konnte zur genauen Höhe aber gestern noch keine Angaben machen. Am heutigen Dienstag will sich das Kabinett in Dresden mit den Unwetterfolgen befassen.

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Vor allem die Flüsse Sebnitz und Polenz, der Lachsbach und die Kirnitzsch waren bedrohlich angeschwollen.

Im Lausitzer Bergland, im Zittauer Gebirge und in Hohenstein-Ernstthal sorgte Starkregen mit bis zu 130 Litern je Quadratmeter für Überschwemmungen.

Behörden genehmigen Bauten in Risikogebieten

Vor dem Wehr in Porschdorf versuchte sich Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) am Montag an einer ersten Schadensbilanz.
Vor dem Wehr in Porschdorf versuchte sich Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) am Montag an einer ersten Schadensbilanz.  © Robert Michael/dpa

Nach Günthers Einschätzung hat in Sachsen sowohl das Hochwasserschutzsystem als auch das Meldewesen funktioniert.

Dennoch appellierte der Minister an die Menschen, Vorsorge zu treffen und sich bei solchen Wetterlagen gut zu informieren. "Das Katastrophenrisiko gilt immer und überall."

Nach Einschätzung von Landestalsperren-Betriebsleiterin Birgit Lange sind nicht nur Anwohner von Flüssen gefährdet.

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Bei Starkregen laufe Wasser nach dem Schneeballprinzip zusammen.

"Wasser sucht sich den geringsten Widerstand und räumt alles aus dem Weg."

Lange kritisierte, dass auch in Sachsen noch immer in Überschwemmungs- und Risikogebieten gebaut werde, weil Behörden dies genehmigten.

THW-Männer beseitigen am Krippenbach Geröll.
THW-Männer beseitigen am Krippenbach Geröll.  © Robert Michael/dpa
Am Mühlgrundbach betrachtete Dr. Andreas Heine, Bürgermeister der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna, die Schäden am abgerutschten Hang.
Am Mühlgrundbach betrachtete Dr. Andreas Heine, Bürgermeister der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna, die Schäden am abgerutschten Hang.  © Marko Förster
Im Hirschgrund droht dieses Haus den Hang hinunterzustürzen. Einsatzkräfte versuchen, es zu sichern.
Im Hirschgrund droht dieses Haus den Hang hinunterzustürzen. Einsatzkräfte versuchen, es zu sichern.  © Marko Förster
Feuerwehrleute beseitigen vor der Kirnitzschtal-Klinik Bad Schandau Schlamm und Dreck.
Feuerwehrleute beseitigen vor der Kirnitzschtal-Klinik Bad Schandau Schlamm und Dreck.  © Daniel Förster
Ein Mitarbeiter der Kirnitzschtalbahn befreit die Bahnwagen mit dem Hochdruckreiniger vom Schlamm.
Ein Mitarbeiter der Kirnitzschtalbahn befreit die Bahnwagen mit dem Hochdruckreiniger vom Schlamm.  © Daniel Förster

Bahnstrecke Dresden-Prag eingleisig in Betrieb

Die Bahnstrecke Dresden-Prag, die wegen Bergungsarbeiten zeitweilig voll gesperrt war, wird seit Montag wieder eingleisig befahren.

Nach Angaben der Bahn kommt es wegen der Beeinträchtigung des Zugverkehrs zwischen Bad Schandau und Decin aber weiter zu Verspätungen.

Titelfoto: Montage: Robert Michael/dpa (2)

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