Schluss mit lustig! Politiker knöpfen sich Schmierfinken vor

Riesa/Oelsnitz - Schmutzfinken, Schmierer und geschmacklose Freundeskreise - auch in Zeiten der Pandemie darf der Kampf gegen die Verursacher von Schmuddelecken nicht nachlassen.

Bei einem Spaziergang durch Riesa stellte der OB ein Ultimatum - und hatte Erfolg.
Bei einem Spaziergang durch Riesa stellte der OB ein Ultimatum - und hatte Erfolg.  © picture-alliance/dpa

Dass man als gewählter Volksvertreter auch mal persönlich eingreifen kann, bewiesen dieser Tage gleich drei sächsische Kommunalpolitiker mit eher ungewöhnlichen Maßnahmen.

• Riesas OB Marco Müller (45, CDU) war eigentlich recht glücklich, als er nach überstandener Quarantäne endlich wieder frische Luft schnappen durfte.

Doch im Stadtpark der Schock: Eine Parkbank voller Müll, Plastebechern, Flaschen. Hier haben wohl Jugendliche getestet, wie viel Alkohol sie vertragen - das Ergebnis dokumentierte Erbrochenes.

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Weil der OB aber auch den dazugehörigen Kassenzettel und Nutzerdaten identifizierte, stellte er auf Facebook ein Ultimatum: "Ich appelliere an diejenigen, die Hinterlassenschaften noch heute zu beseitigen."

Die angedrohte Anzeige konnte er sparen - am Nachmittag war alles sauber.

• Anzeigen sind in Großenhain eher erwünscht. Seit Wochen verunstalten Schmierer das Stadtbild, schrecken selbst vor dem Wahrzeichen - dem Diana-Brunnen - nicht zurück.

"Schmierfinken schämt euch!" ließ OB Sven Mißbach eine Rathausmitteilung überschreiben. Und er setzt 200 Euro Belohnung aus für Hinweise auf die Täter.

Schmierfinken verewigten sich an diesem Wartehäuschen. Jetzt wurden 200 Euro Kopfgeld ausgesetzt.
Schmierfinken verewigten sich an diesem Wartehäuschen. Jetzt wurden 200 Euro Kopfgeld ausgesetzt.  © Stadtverwaltung
Selbst der Diana-Brunnen, ein Wahrzeichen von Großenhain, wurde beschmiert.
Selbst der Diana-Brunnen, ein Wahrzeichen von Großenhain, wurde beschmiert.  © Stadtverwaltung
Riesas OB Marco Müller fand unappetitliche Hinterlassenschaften.
Riesas OB Marco Müller fand unappetitliche Hinterlassenschaften.  © Petra Hornig
Großenhains OB Sven Mißbach.
Großenhains OB Sven Mißbach.  © Stadtverwaltung

• In Oelsnitz (Vogtland) genügte dazu nur ein Anruf bei der Polizei. Björn Fläschendräger (FDP), der im Stadtrat und im Kreistag sitzt und den Heimatförderverein leitet, entdeckte eine illegale Graffiti-Crew in flagranti auf einem verlassenen Betriebsgelände. Die Beamten übernahmen die Identifizierung selbst.

Mit Kopfgeld hatte er in diesem Jahr übrigens auch schon einmal Erfolg gegen die Schmierer.

Titelfoto: Montage: picture-alliance/dpa, Petra Hornig

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