Schnelle Hilfe für Blutkrebskranke: In Dresden entsteht Europas erste Stammzellenbank

Dresden - Blutkrebspatienten kann bald noch schneller geholfen werden. Ende des Jahres soll in Dresden Europas erste Stammzellenbank für Transplantationen eröffnen. Dort werden Stammzellspenden mit den gängigsten Genotypen sofort abrufbar sein. Die Bauarbeiten laufen.

An der Enderstraße wird gerade das Reinlabor eingerichtet.
An der Enderstraße wird gerade das Reinlabor eingerichtet.  © Petra Hornig

Ein Drittel der an Blutkrebs erkrankten Menschen braucht eine Stammzellentransplantation - oft ein Wettlauf gegen die Zeit. 

Über die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) als weltweit größte Stammzellenspenderdatei wird versucht, einen genetischen Zwilling zu finden. Ist ein Spender gefunden, folgen Untersuchungen, das kostet Zeit. 

In Zukunft werden überschüssige Stammzellen durch Kryokonservierung (Einfrieren) gesammelt. Damit sind Stammzellen nicht nur sofort zur Verfügung. Ein Spender kann mit seiner Gabe zudem zwei Leben retten.

Gerade in Krisenzeiten ist die sofortige Verfügbarkeit wichtig: "Gegenwärtig ist es einigen Spendern nicht erlaubt oder sie scheuen sich, zu den Entnahmezentren zu reisen."

Und weiter: "Daher planen wir die Aufnahme des Betriebs unserer Stammzellenbank voraussichtlich bis Ende dieses Jahres", sagt Dr. Alexander Schmidt, Chief Medical Officer der DKMS.

Die Stammzellen werden durch Kryokonservierung haltbar gemacht.
Die Stammzellen werden durch Kryokonservierung haltbar gemacht.  © obs/DKMS gemeinnützige GmbH

Kooperation mit dem Uniklinikum

Dort, wo bereits die DKMS-Nabelschnurblutbank (Enderstraße) ihren Sitz hat, laufen schon die Bauarbeiten für ein Labor. "Für dieses Verfahren ist ein sogenannter Reinraum nötig", so DKMS-Sprecherin Julia Schmitz. Dabei handelt es sich um einen "Raum im Raum", der nahezu frei von luftgetragenen Partikeln ist. 

Ein Schleusensystem hält dort die Partikelkonzentration sehr niedrig, ein Überdruck im Labor verhindert das Eindringen von Partikeln von außen.

Kooperiert wird mit dem Uniklinikum. Dort werden die Stammzellen entnommen. Spender müssen der Weitergabe überschüssiger Zellen im Vorwege zustimmen. Die DKMS wurde 1991 gegründet und hat ihren Sitz in Tübingen.

Titelfoto: obs/DKMS gemeinnützige GmbH, Petra Hornig

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0