Sehbehinderte rudert 600 Kilometer mit DDR-Profis für die Forschung

Dresden - Starke Leistung und toi toi toi! Mit zwei ehemaligen DDR-Ruder-Profis ist die von einer seltenen degenerativen Netzhauterkrankung betroffene Rostockerin Anne Kinski (46) mit Muskelkraft elbabwärts auf dem Weg nach Hamburg.

Die Laune ist gut! Begleitet wird Anne Kinski (46, mi.) von den beiden Ruder-Olympiasiegern Dieter Schubert (l.) und Ulrich Kons.
Die Laune ist gut! Begleitet wird Anne Kinski (46, mi.) von den beiden Ruder-Olympiasiegern Dieter Schubert (l.) und Ulrich Kons.  © Sebastian Kahnert/dpa

Am Montag stieg die 46-Jährige an der berühmten Dresdner Elbbrücke Blaues Wunder zusammen mit Ulrich Kons, Achter-Olympiasieger von 1980, und Dieter Schubert, Olympiasieger von 1968 und 1972, ins Boot.

Mithilfe weiterer Ruderer aus DDR-Zeiten sowie Ärzten sollen die 600 Flusskilometer bis Hamburg in knapp drei Wochen geschafft sein.

Kinski wird auch von Goldmedaillengewinnern wie Wolfgang Mager oder Hans-Joachim Lück unterstützt, damit die Ankunft am 1. September gelingt.

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Bei der Tour mit mehreren Zwischenstopps will sie Geld für ein Forschungsprojekt zu der bisher unheilbaren Netzhauterkrankungen sammeln und für die Teilhabe von Menschen mit Seheinschränkungen sensibilisieren.

Sie selbst leidet unter Retinitis pigmentosa, bei der Sehzellen nach und nach absterben. Die Folgen: Nachtblindheit, Tunnelblick und Verlust der Sehkraft bis zur vollständigen Erblindung.

Mit einer dreiwöchigen Elbe-Rudertour von Dresden nach Hamburg will die fast erblindete 46-Jährige Geld für die Erforschung der seltenen degenerativen Netzhauterkrankung.
Mit einer dreiwöchigen Elbe-Rudertour von Dresden nach Hamburg will die fast erblindete 46-Jährige Geld für die Erforschung der seltenen degenerativen Netzhauterkrankung.  © Sebastian Kahnert/dpa

Ihre Hoffnung liegt auf neuen Therapieansätzen, zu denen am Dresdner Zentrum für Regenerative Therapien geforscht wird. Es geht um die Transplantation von im Labor gezüchteten Photorezeptoren, die helfen, Sehzellenverlust zu überwinden und das Sehvermögen teils wiederherzustellen.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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