HC-Elbflorenz-Chefcoach Göde: "Wir können die Spätfolgen im Moment nicht absehen!"

Dresden - Der HC Elbflorenz ist in seiner vierten Zweitliga-Saison erstmals mit einem positiven Punkteverhältnis (16:12/Platz sechs) ins neue Jahr und zugleich in die WM-Pause gegangen. Aus den vergangenen vier Spielen holten die Dresdner Handballer 7:1 Zähler - auch das ist ein neuer Bestwert. TAG24 sprach mit Chefcoach Rico Göde (38).

Für Marek Vanco (l., beim Torwurf) ist der Traum von der Weltmeisterschaft geplatzt. Tschechiens Auswahl verzichtet auf die WM-Teilnahme, weil es im Team und Betreuerstab insgesamt 17 Coronafälle gibt. Als einer der Letzten aus der Mannschaft wurde auch der Linksaußen positiv getestet. Vanco ist jetzt in Quarantäne. Wenn er die Krankheit auskuriert hat, wird er wieder zum HC Elbflorenz stoßen.
Für Marek Vanco (l., beim Torwurf) ist der Traum von der Weltmeisterschaft geplatzt. Tschechiens Auswahl verzichtet auf die WM-Teilnahme, weil es im Team und Betreuerstab insgesamt 17 Coronafälle gibt. Als einer der Letzten aus der Mannschaft wurde auch der Linksaußen positiv getestet. Vanco ist jetzt in Quarantäne. Wenn er die Krankheit auskuriert hat, wird er wieder zum HC Elbflorenz stoßen.  © Lutz Hentschel

TAG24: Diese Zahlen und Fakten sind erfreulich. Aber was ist das letztlich wert in einer stark von der Corona-Pandemie geprägten Saison mit leeren Hallen, einer Reihe von Spielausfällen und der Ungewissheit, ob es nicht wieder einen vorzeitigen Abbruch gibt?

Göde: "Ja, das ist eine große Frage. Es ist ein Privileg, dass wir unseren Job weitermachen dürfen, was nicht überall auf Verständnis und Sympathien trifft. Wir trainieren hart, die Spiele sind für uns die Highlights. Wie die Saison zu Ende geht, weiß keiner von uns. Es muss aktuell viel improvisiert werden. Die Ergebnisse sprechen für das Team. Wir haben den Fokus gefunden, kann ich als Trainer bestätigen. Ganz persönlich bin ich zwiegespalten. Klar, wenn Lockdown, dann richtig. Aber derzeit müssen viele Kompromisse geschlossen werden."

TAG24: Stichwort Zuschauer.

Göde: "Die Zuschauer und die Atmosphäre in der Halle vermissen wir sehr. Die Jungs wollen sich doch präsentieren. Das fehlt, aber es geht allen Teams so. Trotzdem: Dass die Ränge derzeit leer bleiben, ist wichtig für die Gesundheit aller."

TAG24: Die fehlenden Zuschauereinnahmen reißen ein großes Loch in den Saisonetat. Verzichten Sie und Ihre Mannschaft zur Entlastung auf Gehalt?

Göde: "Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir es ohne Gehaltsverzicht schaffen wollen. Bisher ging es. Aber es muss natürlich eine Option für uns sein."

Rico Göde über Zukunftsängste, Gehaltsverzicht und Kaderplanung

Elbflorenz-Cheftrainer Rico Göde.
Elbflorenz-Cheftrainer Rico Göde.  © Lutz Hentschel

TAG24: In den kommenden Wochen und Monaten wird es sicher bei Geisterspielen bleiben. Fürchten Sie als Handballer um die Zukunft?

Göde: "Wir müssen sichtbar bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass wir spielen, die Fans uns in den Medien wiederfinden. Das ist obendrein enorm wichtig in Sachen Sponsoring. Viele Handballvereine haben Angst, dass das Interesse für unseren Sport verloren geht. Wir können die Spätfolgen im Moment nicht absehen. Die werden sich vielleicht erst in ein, zwei Jahren zeigen."

TAG24: In den vergangenen Tagen hat der HC Elbflorenz vermeldet, dass die Verträge von Philip Jungemann, Max Mohs und Marek Vanco bis 2023 verlängert wurden. Dagegen muss Nils Kretschmer nach Saisonende gehen. Wie sieht Ihre Personalplanung aus?

Göde: "Wir haben zwölf auslaufende Verträge. Wir wollten zeitig kommunizieren und haben mit fast allen Spielern schon gesprochen. Wichtig ist, ehrlich zu sein. Für uns als Verein geht es darum, eine Mannschaft zu stricken, mit der wir die Qualität steigern können."

TAG24: Wie ist der Stand bei Nils Gugisch nach seiner schweren Knie-Verletzung mit Kreuzband- und Außenmeniskus-Riss?

Göde: "Es gibt noch keinen OP-Termin. 'Gugi' muss jetzt entscheiden, wie es weitergehen soll. Es ist schon die dritte schwere Verletzung für ihn. Wir werden ihn in allem unterstützen."

TAG24: Erst am 5. Februar gibt es das nächste Punktspiel bei Tabellenführer HSV Hamburg. Was passiert in der WM-Pause beim HC Elbflorenz?

Göde: "Nach dem letzten Spiel gegen Eisenach hatten die Jungs ein paar Tage Zeit zur Regeneration. Jetzt ist wieder Training angesagt, erst Athletik, danach geht es um spezifische Dinge wie Angriff, Abwehr und Tempospiel. Ende Januar gibt es zwei Testpartien - am 27. in Dresden gegen Dessau und am 31. beim SC DHfK Leipzig".

Titelfoto: Lutz Hentschel

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