Tor des Monats: Als ein Kamenzer aus 50 Metern Entfernung traf

Kamenz - Am heutigen Sonntag wird groß gefeiert: 50 Jahre Tor des Monats. Am 28. März 1971 wurde Gerhard Faltermeier vom VfR Mannheim als erster Schütze gewählt und ging somit in die Annalen ein.

Franz Häfner (r.) jubelt auch heute noch im Trikot von Einheit Kamenz.
Franz Häfner (r.) jubelt auch heute noch im Trikot von Einheit Kamenz.  © Picture Point / Gabor Krieg

Nach ihm folgten 556 Tore und Torschützen. Es waren die ganz großen Stars des deutschen Fußballs dabei.

Aber auch Amateure. Wie Franz Häfner zum Beispiel. Der heute 28-Jährige von Einheit Kamenz erzielte sein Traumtor im November 2015.

Häfner war zu jenem Zeitpunkt der erste Landesligaspieler, dem diese Ehre zuteil wurde.

Erzielt hat er den Treffer am 15. November 2015 im Viertelfinale des sächsischen Landespokal gegen den Bischofswerdaer FV.

Er traf für Kamenz zum zwischenzeitlichen 2:0, Einheit gewann die Partie mit 3:2 nach Verlängerung. Was den Treffer des gebürtigen Hoyerswerdaers, der heute noch in Kamenz spielt, so besonders machte?

Er traf aus der eigenen Hälfte heraus - aus 50 Metern Entfernung!

"Das ist schon Wahnsinn", konnte es der eher schmächtige Kicker damals kaum fassen. "Ich hatte vorher beobachtet, dass der Torwart ziemlich weit draußen steht. Als sich die Situation ergab, habe ich instinktiv gehandelt." So ein verrücktes Ding gelingt wohl nur einmal im Leben.

Nicht ganz: "In der A-Jugend habe ich für Hoyerswerda auch schon mal aus der Entfernung getroffen", verkündete er stolz.

In der ARD-Sportschau verkündete Matthias Opdenhövel den Sieger für den November 2015.
In der ARD-Sportschau verkündete Matthias Opdenhövel den Sieger für den November 2015.  © Screenshot ARD

Franz Häfner bekam Medaille beim Super-Regio-Cup in Riesa

Beim Superregiocup überreichte Moderator Tom Scheunemann (r.) die "Tor des Monats"-Medaille an Franz Häfner.
Beim Superregiocup überreichte Moderator Tom Scheunemann (r.) die "Tor des Monats"-Medaille an Franz Häfner.  © Screenshot MDR

Beim Super-Regio-Cup in Riesa, der damals inoffiziellen Hallenmeisterschaft des NOFV, bekam er seine Medaille von Moderator Tom Scheunemann überreicht. Eine Plakette, die danach teuer für ihn wurde: "Ich soll meinen Mannschaftskollegen für das Tor ab jetzt gefälligst jede Woche eine Kiste Bier spendieren", lachte er damals bei der Übergabe.

Fast auf den Tag genau drei Jahre später, am 17. November, schlug er nochmal im Landespokal zu, wieder war es das Viertelfinale.

Diesmal hieß der Kamenzer Gegner FSV Zwickau und spielte auch da schon in der 3. Liga. Lion Lauberbach (7.) erzielte damals das 1:0 für den FSV, Franz Häfner wollte es dem haushohen Favoriten nicht ganz so einfach machen.

Er sorgte mit einem humorlosen Volleyschuss aus sieben Metern für das zwischenzeitliche 1:1 (12.). Am Ende gewann Zwickau mit 4:1.

Torschützen des Monats aus Sachsen-Vereinen

Mit diesem Fallrückzieher gelang Klemen Lavric im Dezember 2004 in Erfurt das Tor des Monats.
Mit diesem Fallrückzieher gelang Klemen Lavric im Dezember 2004 in Erfurt das Tor des Monats.  © Bongarts/Christian Fischer

Dynamo Dresden

Uwe Rösler/April 1992

Thomas Rath/März 1994

Klemen Lavric/Dezember 2004

Pascal Testroet/Januar 2016

Justin Eilers/März 2016

Patrick Schmidt/März 2020

Chemnitzer FC

Marcel Schlosser/Dezember 2007

Christian Bickel/November 2020

RB Leipzig

Mattheus Cunha/April 2019

Marcel Sabitzer/Oktober 2019

Erzgebirge Aue

Frank Berger/Juni 2003

FSV Zwickau

Bernd Tippold/Oktober 1994

Einheit Kamenz

Franz Häfner/November 2015

Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg

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