Stadtarchiv sammelt Corona-Exponate: Das gehört schon alles dazu

Dresden - Noch steckt Dresden mitten in der Corona-Pandemie. Aber irgendwann wird auch die einmal vorbei sein. Damit sie dann nicht vergessen wird, sammelt das Stadtarchiv seit April 2020 Zeugnisse dieser Zeit. Dieses Corona-Gedächtnis Dresdens ist am Montag noch einmal deutlich gewachsen - dank etwa tausend Einzeldokumenten aus dem Universitätsklinikum.

Maria Eberlein Gonska (62, l.) und Janko Haft (52, 2.v.r.) vom Uniklinikum und Michael Doerwald (56, r.) von der Agentur Ketchum haben Archivdirektor Thomas Kübler (57) Unterlagen für die Corona-Sammlung übergeben.
Maria Eberlein Gonska (62, l.) und Janko Haft (52, 2.v.r.) vom Uniklinikum und Michael Doerwald (56, r.) von der Agentur Ketchum haben Archivdirektor Thomas Kübler (57) Unterlagen für die Corona-Sammlung übergeben.  © Steffen Füssel

Neben Hinweisschildern, Verfahrensanweisungen und über 400 Fotos befindet sich darunter auch das im Februar 2020 begonnene "Corona-Tagebuch".

"Angesichts einer Situation, die in dieser Form und diesem Ausmaß absolutes Neuland darstellte, war uns klar, dass wir unser Tun immer wieder auf den Prüfstand stellen müssen. Das aber geht nur, wenn wir alle Maßnahmen und die Entscheidungsprozesse sorgfältig dokumentieren“, sagt Klinik-Vorstand Michael Albrecht.

Diese Dokumentation ist nun eine wichtige Quelle, über die man im Stadtarchiv froh ist. Dessen Sammlung umfasst nun weit über 6 000 Einzeldokumente.

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"Das ist die größte Corona-Sammlung eines Stadtarchivs in Deutschland", sagt Archivdirektor Thomas Kübler (56).

Weil frühzeitig angefangen wurde zu sammeln, konnte vieles gerettet werden, was sonst sich im Müll gelandet wäre.

Noch vor Kurzem weit verbreitet, gehören Stoffmasken nun weitgehend der Vergangenheit an.
Noch vor Kurzem weit verbreitet, gehören Stoffmasken nun weitgehend der Vergangenheit an.  © Eric Münch

Forschung soll schnell auf Sammlung zugreifen können

Auch dieses Glasdiapositiv von Ulrich Hübner ist ein Stück Erinnerung an die Pandemie.
Auch dieses Glasdiapositiv von Ulrich Hübner ist ein Stück Erinnerung an die Pandemie.  © Eric Münch
Auch diese Steine haben es in die Sammlung geschafft.
Auch diese Steine haben es in die Sammlung geschafft.  © Eric Münch
Sammlungsleiterin Mandy Ettelt (39) zeigt, was für unterschiedliche Dinge gesammelt werden.
Sammlungsleiterin Mandy Ettelt (39) zeigt, was für unterschiedliche Dinge gesammelt werden.  © Eric Münch

Zu den Highlights gehören für Kübler neben dem Corona-Tagebuch auch die gesammelten Gedichte, Zeichnungen und Witze.

"Die Gedichte zeigen eine tiefe Zerrissenheit und Machtlosigkeit vor der Pandemie", sagt er.

Dinge wie die selbstgenähten Masken seien mittlerweile bereits Relikte und heute schon überholt.

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"Ich möchte aber kein Dokument herausstellen, denn alles steht für die Pandemie", so Kübler.

Wer glaubt, dass die Sammlung nun in einer dunklen Ecke verstaubt, der irrt sich. "Wir haben unsere Priorität auf die Sammlung gelegt, damit die Forschung schnell darauf zugreifen kann", sagt Kübler.

Erste Anfragen gebe es auch bereits.

Titelfoto: Eric Münch

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