Das gab's noch nie im Rathaus: Mund auf! Stadtrat macht Corona-Test

Dresden - Der Stadtrat als Testlabor: Um eine zusätzliche Sicherheit zu bieten, ermöglichte die Stadt erstmals im Vorfeld der Ratssitzung in der Messe kostenlose Schnelltests auf das Coronavirus.

Mund auf: OB Dirk Hilbert (49, FDP) ließ sich vor der Ratssitzung testen.
Mund auf: OB Dirk Hilbert (49, FDP) ließ sich vor der Ratssitzung testen.  © Steffen Füssel

Zwei Stunden bevor die Ratssitzung um 16 Uhr startete, bildete sich eine erste Schlange am "Testcounter".

Wer sich freiwillig checken lassen wollte, wurde von Mitarbeitern und Ärzten der Johanniter-Unfall-Hilfe in Empfang genommen und getestet.

Der Weg in den Ratssaal blieb versperrt. Stattdessen sollte in einer extra Messehalle im "Wartebereich" Platz genommen werden.

15 Minuten später kam dann dort das Ergebnis. Eine Tür links führte bei negativem Test in den Ratssaal, die andere bei positivem Befund nach draußen.

Bereits um 14.30 Uhr ließ sich OB Dirk Hilbert (49, FDP) testen, verschwand dann aber ohne Wartezeit in einer Besprechung. CDU-Stadträtin Manuela Graul (57) wartete auf ihr negatives Ergebnis.

Wer ohne den freiwilligen Test in den auch diesmal unterkühlten provisorischen Ratssaal wollte, wurde schlicht außen herum zu einem separaten Eingang geführt.

Charlotte Schröder (24, l.) von den Johannitern lotste Rätin Manuela Graul (57, CDU) durch die Test-Prozedur.
Charlotte Schröder (24, l.) von den Johannitern lotste Rätin Manuela Graul (57, CDU) durch die Test-Prozedur.  © Steffen Füssel

AfD-Chef Wolf Hagen Braun und PARTEI-Stadtrat Max Aschenbach ließen sich nicht auf Corona testen

"Tests sind meine Privatsache": AfD-Chef Wolf Hagen Braun (44) vermied den freiwilligen Check.
"Tests sind meine Privatsache": AfD-Chef Wolf Hagen Braun (44) vermied den freiwilligen Check.  © Steffen Füssel

Diesen Weg ging unter anderem AfD-Chef Wolf Hagen Braun (44): "Die Tests sind Privatsache, ich möchte das hier nicht."

Auch PARTEI-Stadtrat Max Aschenbach (35) verzichtete: "Ich war dafür einfach zu faul."

Insgesamt wurden 60 Tests (alle negativ) durchgeführt. 41 Räte waren angemeldet, der Rest waren Verwaltungsmitarbeiter und Pressevertreter.

"Vielen Dank dafür, die Tests sind ein Beitrag, um das Ansteckungsrisiko zu senken", sagte OB Hilbert.

Im Hintergrund arbeitet die Stadt bereits an umfangreichen Test-Strategien für alle Rathaus-Mitarbeiter. Die Erfahrungen im Rat sollen daher jetzt ausgewertet werden und Vorbild für die nahe Zukunft sein.

"Lockerungen gegen Test und Impfung", erklärte der OB das Ziel der Stadt.

Für SPD-Chefin Dana Frohwieser (44) war der Test eine Selbstverständlichkeit.
Für SPD-Chefin Dana Frohwieser (44) war der Test eine Selbstverständlichkeit.  © Steffen Füssel

Und was hat der Dresdner Stadtrat nun an Neuerungen beschlossen?

Im Rat wurde auch um die Zukunft des Sachsenbades gerungen.
Im Rat wurde auch um die Zukunft des Sachsenbades gerungen.  © Steffen Füssel

Gekürzte Tagesordnung, komplette Maskenpflicht, keine richtige Pause. Der Rat tagte erneut im Corona-Modus. Lest hier, was am Donnerstag beschlossen wurde.

Ab Freitag erhalten die etwa 30.000 über 80-jährigen Dresdner einen Zuschuss zur Taxi-Fahrt ins Impfzentrum. 10 Euro Eigenanteil werden pro Fahrt fällig, Dresden-Pass Besitzer zahlen nichts. Der Rat stimmte zu.

Die entsprechenden Verträge wollte OB Hilbert noch am Abend unterschreiben, Senioren werden angeschrieben. Die Anmeldung erfolgt über die Taxigenossenschaft.

Diskutiert wurde über die notwendige Sanierung des Altmarktes. Die wird um vier Millionen Euro teurer, weil ebeneres geschnittenes Pflaster verwendet werden soll.

So wird der Platz barrierearm. Per Änderungsantrag wollte die AfD dies stoppen.

Bereits ab heute will Dresden einen Impftaxi-Zuschuss an Senioren zahlen.
Bereits ab heute will Dresden einen Impftaxi-Zuschuss an Senioren zahlen.  © Steffen Füssel

Das Geld sollte stattdessen in viele kleine Projekte wie Bordsteinabsenkungen investiert werden. Behindertenverbände hatten jedoch vehement die Umgestaltung des Altmarktes unterstützt, da dort viele Veranstaltungen stattfinden.

Der Rat beschloss daher mit großer Mehrheit das leichter begehbare Pflaster.

Weil weiter viel diskutiert wurde, schaffte der Rat nicht mal das bereits eingedampfte Programm: Die Diskussion um die Zukunft des Sachsenbades wurde verschoben.

Titelfoto: Steffen Füssel

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